Elversberg ringt Augsburg in einem wilden Spiel mit 4:3 nieder
Was für ein Abend an der Kaiserlinde: Nach dem 4:3 (3:1) der SV Elversberg gegen den FC Augsburg wirkten Spieler und Verantwortliche, als hätten sie eine Partie im Ausnahmezustand hinter sich. Auch auf den Rängen überwog ungläubiges Staunen, als die Zuschauer das Stadion verließen.
SVE-Trainer Vincent Wagner war nach Abpfiff ebenfalls sichtlich mitgenommen. Der Coach des saarländischen Bundesliga-Aufsteigers sagte, er wolle sich erst einmal in die warme Badewanne legen und die Begegnung anschließend noch einmal in Ruhe anschauen – dann vielleicht auch mit etwas mehr Genuss.
In der spektakulären Partie fielen sieben Tore, dazu kamen vier Strafstöße. Für Augsburg trafen Fabian Rieder und Michael Gregoritsch. Auf Elversberger Seite war Lukas Petkov im Nachsetzen erfolgreich, zudem setzte Noel Futkeu den Ball an die Latte. Ein Treffer von Reif Adam wurde aberkannt. Besonders im Mittelpunkt stand Schiedsrichter Florian Exner, der gleich viermal nach VAR-Hinweisen Entscheidungen treffen musste.
Baum spricht von einem "verrückten Sieg"
Augsburgs Trainer Manuel Baum gratulierte Wagner nach dem Schlusspfiff und sprach von einem "verrückten Sieg". Der FCA-Coach erklärte, eine derartige Häufung an Elfmeterszenen und Videoüberprüfungen habe er in seiner Laufbahn kaum erlebt – und müsse das auch nicht noch einmal haben.
In der hektischen Nachspielzeit hätte sich Baum allerdings gewünscht, dass Exner eine weitere strittige Situation noch einmal überprüft. Die Augsburger reklamierten im Strafraum der Gastgeber erneut ein mögliches Handspiel. Doch der Referee pfiff die Partie ab, ohne noch einmal den Monitor an der Seitenlinie aufzusuchen.

Auch Elversbergs Sportdirektor Christian Weber brauchte nach dem Schlusspfiff offenbar einen Moment, um das Geschehen zu sortieren. Er scherzte, er müsse zunächst einmal nachzählen, wie viele Elfmeter es überhaupt gegeben habe. Selbst eine halbe Stunde nach Spielende habe er noch die Sorge gehabt, dass vielleicht doch noch einmal gepfiffen werde.
Kristof: "So ein Spiel habe ich noch nie erlebt"
SVE-Torhüter Niklas Kristof verglich den Abend mit einem Elfmeterschießen. Eine solche Partie habe er bislang noch nie erlebt, sagte der Schlussmann. Auch seine Mitspieler Lukas Pinckert und Maximilian Rohr zeigten sich nach dem turbulenten dritten Saisonsieg des Außenseiters sprachlos. Pinckert beschrieb das Spiel als "vogelwild" und "verrückt". Rohr meinte, selbst nach dem Abpfiff habe die richtige Freude zunächst gefehlt, weil lange unklar gewesen sei, ob nicht doch noch etwas passieren würde.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber