Werder gelingt historisches Comeback gegen Paderborn
Werder Bremen hat in der Bundesliga ein Novum geschafft. Beim 2:2 gegen den SC Paderborn drehte die Mannschaft erneut einen Zwei-Tore-Rückstand und schaffte es damit als erstes Team der Liga-Geschichte, in drei Spielen hintereinander nach einem 0:2 noch zurückzukommen. Schon gegen Borussia Dortmund (2:2) und den FC Augsburg (3:2) hatten die Bremer Moral bewiesen.
Zum Matchwinner wurde einmal mehr Niclas Füllkrug. Mit seinen Treffern in der 59. Minute und per Handelfmeter in der 66. Minute sicherte er Werder zumindest noch einen Punkt. Besonders passend: Das Comeback fiel auf das 100-jährige Jubiläum des Weserstadions, das von den Fans vor großer Kulisse stimmungsvoll gefeiert wurde.
Dabei hatte zunächst alles nach einem Auswärtserfolg der Gäste ausgesehen. Stefano Marino brachte Paderborn in der 18. Minute in Führung, Steffen Tigges legte nach einer halben Stunde das 0:2 nach. Bremen zeigte sich in der Offensive zwar engagiert, ließ aber bereits vor der Pause mehrere gute Gelegenheiten ungenutzt.
Feststimmung zum Stadiongeburtstag
Rund um die Partie stand das Weserstadion im Mittelpunkt. Schon vor dem Anpfiff sorgten die Bremer Anhänger mit einer grün-weißen Choreografie und Konfetti für eine besondere Atmosphäre. Auch die Mannschaft lief in speziellen weißen Jubiläumstrikots auf.
Sportlich wirkte Werder zu Beginn allerdings eher fahrig. Die Gastgeber spielten mutig und mit Zug zum Tor, offenbarten aber zugleich immer wieder Nachlässigkeiten. Bereits früh kam Tigges aus spitzem Winkel zum Abschluss, scheiterte jedoch zunächst noch an Keeper Karl Hein.

Offensiv gefährlich, defensiv anfällig
Nach vorn setzte Bremen einige Akzente. Füllkrug hatte nach einer sehenswerten Kombination seine erste gute Möglichkeit, kurz darauf tauchte Marco Grüll nach einem Steilpass frei vor dem Tor auf. Paderborns Schlussmann Nahuel Noll reagierte jedoch stark und entschärfte sowohl seinen Versuch als auch den Nachschuss von Chuki.
Die Probleme lagen vor allem in den Unachtsamkeiten. Dem ersten Gegentor ging ein Ballverlust voraus, vor dem zweiten Treffer verteidigte Werder einen Einwurf nicht konsequent genug. Auch in der Offensive fehlte mitunter die letzte Präzision: Ein vielversprechender Querpass auf den frei stehenden Chuki geriet zu ungenau, Arthur vergab kurz vor der Pause ebenfalls.
Füllkrug führt die Aufholjagd an
Zur zweiten Hälfte brachte Trainer Daniel Thioune den lange verletzten Mitchell Weiser. Bremen erhöhte danach den Druck spürbar und belohnte sich: Füllkrug verkürzte zunächst, wenig später glich er per Elfmeter zum 2:2 aus.
Anschließend drängte Werder auf den Sieg, doch die Chancen waren nicht mehr so klar wie noch im ersten Durchgang. Weiser prüfte Noll zweimal, und auch Füllkrug scheiterte noch mit einer guten Gelegenheit am starken Paderborner Torwart.
Paderborn kam nach der Pause nur noch selten gefährlich vor das Bremer Tor. In der Nachspielzeit hätte es für Werder aber noch bitter werden können: Rayan Philippe traf mit einem Volleyschuss lediglich den Pfosten.
So blieb es beim 2:2 — und bei einem weiteren bemerkenswerten Kapitel in Werders Comeback-Serie.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber