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Antonelli irre: Teenie jagt nächsten Formel-1-Coup

Chaos in Miami: Antonelli verspielt erst die Pole, Verstappen dreht sich – doch dann zeigt der Mercedes-Teenager, was in ihm steckt.

03.05.2026, 20:49 Uhr

Antonelli triumphiert auch in Miami und baut WM-Führung mit historischem Novum aus

Kimi Antonelli bleibt in der Formel 1 das Maß der Dinge. Der erst 19 Jahre alte Mercedes-Pilot gewann auch den Grand Prix von Miami und feierte damit seinen dritten Sieg in Serie. In einem packenden Rennen hielt er Lando Norris im verbesserten McLaren unbeirrt auf Distanz und vergrößerte zugleich seinen Vorsprung in der WM-Wertung.

Völlig verschwitzt verneigte sich Antonelli nach der Zieldurchfahrt, gab seiner kleinen Schwester Maggie ein Küsschen und wurde anschließend noch von FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem mit einer Flasche Wasser abgeduscht. Seine dritte Pole Position nacheinander verwandelte der Italiener damit erneut in einen Sieg – und schrieb dabei Geschichte: Als erster Fahrer überhaupt gewann er seine ersten drei Rennen von Pole nacheinander.

„Ich habe es nach Hause gebracht, aber es war nicht einfach“, sagte Antonelli. „Das ist erst der Anfang. Vor uns ist noch ein weiter Weg, aber das Team arbeitet hart.“

Auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff zeigte sich begeistert.

„Unglaublich“, sagte Wolff. „Für mich war das das beste Rennen, das er bisher gefahren ist.“

Norris kam mit 3,2 Sekunden Rückstand ins Ziel und bestätigte die ansteigende Form von McLaren. Der Brite, der in Miami 2024 seinen ersten Formel-1-Sieg gefeiert hatte und am Samstag den Sprint gewann, lobte den Sieger ausdrücklich.

„Kimi ist stark gefahren, Hut ab“, sagte Norris. „Er hat einfach keine Fehler gemacht, die ich hätte ausnutzen können. Ich hatte am Ende auch nicht die Pace, um ihn noch einzuholen.“

Den letzten Platz auf dem Podium sicherte sich Oscar Piastri im zweiten McLaren, nachdem Charles Leclerc in der letzten Runde noch einen Dreher hatte und so den dritten Rang verlor.

Mercedes bleibt damit auch nach vier Saisonrennen ungeschlagen. Antonelli liegt in der Fahrerwertung nun 20 Punkte vor seinem Teamkollegen George Russell.

„Jaaaaa, was für ein Rennen! Oh mein Gott!“, jubelte Antonelli direkt nach dem Zieleinlauf.

Unter den prominenten Gästen in Miami waren unter anderem Fußball-Weltmeister Lionel Messi und Tennis-Star Rafael Nadal, der die Zielflagge schwenkte.

Debakel für Hülkenberg

Für Nico Hülkenberg verlief das Rennen enttäuschend. Der Audi-Fahrer beschädigte sich schon in der ersten Runde die Frontpartie, musste an die Box und stellte sein Auto bereits im neunten Umlauf ab. Schon tags zuvor hatte sein Wagen vor dem Sprint am Heck Feuer gefangen.

Chaotischer Start mit Folgen

Antonelli war zwar erneut von der Pole Position gestartet, doch wie schon zuletzt misslang ihm die Anfangsphase. Die ersten Meter bleiben seine Achillesferse. In der ersten Kurve verbremste sich der Italiener, kurz darauf drehte sich Max Verstappen ohne Fremdeinwirkung und fiel weit zurück. Der Red-Bull-Pilot, als Zweiter gestartet, entschuldigte sich sofort per Funk bei seinem Team.

Vom Durcheinander profitierte zunächst Charles Leclerc, der von Platz drei an die Spitze fuhr.

Doch die turbulente Anfangsphase war damit noch nicht vorbei: Bereits in Runde sechs musste das Safety Car ausrücken. Verstappens Teamkollege Isack Hadjar war in die Begrenzung eingeschlagen, außerdem überschlug sich Alpine-Fahrer Pierre Gasly nach einer Kollision mit Liam Lawson in Kurve 17. Gasly meldete anschließend per Funk, dass es ihm gut gehe.

Rückkehr nach langer Unterbrechung

Das Rennwochenende in Miami war schon vor dem Start von Spannung geprägt. Wegen einer Unwetterwarnung zogen die Organisatoren das Event um drei Stunden vor, um starken Regen und mögliche Blitze zu vermeiden.

Nach einer fünf Wochen langen Unterbrechung kehrte die Formel 1 eindrucksvoll zurück. Die Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien waren wegen des Iran-Krieges abgesagt worden. In der Pause hatte der Weltverband Regelanpassungen beschlossen, um den Vollgasanteil für die Fahrer zu erhöhen. Fast alle Teams waren zudem mit umfangreichen technischen Neuerungen angereist.

Auch Max Verstappen, der das neue Energiemanagement zuvor scharf kritisiert hatte, zeigte sich diesmal zufriedener mit dem Fahrverhalten seines Red Bull und sprach von einem „Licht am Ende des Tunnels“. Trotzdem drohte schon bald neuer Ärger: Die Rennleitung kündigte eine Untersuchung an, weil Verstappen bei einem frühen Boxenstopp offenbar unerlaubt die weiße Linie an der Boxenausfahrt überfahren hatte.

Leclerc hadert mit Ferrari-Strategie

An der Spitze setzte sich zunächst Norris vor Antonelli und Piastri fest. Leclerc verlor dagegen durch einen frühen Stopp an Boden und zeigte sich unzufrieden mit der Ferrari-Strategie.

„Wenn ihr das nächste Mal eine Entscheidung trefft, sprecht bitte mit mir. Ich bin nämlich auch hier“, funkte der Monegasse verärgert.

Zur Rennmitte drehte sich alles um die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für den Reifenwechsel, zumal immer wieder Regen angekündigt wurde. Antonelli kam zuerst an die Box, Norris folgte kurz darauf. Danach lag der Mercedes-Fahrer wieder vor dem Briten.

Später meldete Antonelli noch Probleme mit Getriebe und Schalthebel. An Tempo verlor er jedoch kaum. Norris rückte zwar immer näher heran, doch Antonelli brachte seinen knappen Vorsprung nervenstark ins Ziel und machte den nächsten Sieg perfekt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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