Politik

Jetzt wird’s ernst: Neue Strecke Hannover-Hamburg?

Showdown im Bundestag: Diese Woche fällt die Entscheidung zur Milliarden-Bahnstrecke Hannover–Hamburg – trotz heftigem Streit.

05.10.2026, 11:45 Uhr

Bundestag berät bald über mögliche Bahn-Neubaustrecke zwischen Hannover und Hamburg

Im Bundestag steht in Kürze eine wichtige Weichenstellung für die geplante neue Bahnstrecke zwischen Hannover und Hamburg an. Bereits an diesem Mittwoch will sich der Verkehrsausschuss mit dem Vorhaben beschäftigen, am Donnerstagabend soll dann das Parlament insgesamt darüber beraten.

Noch vor zwei Wochen hatte die schwarz-rote Koalition die Entscheidung vertagt. Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Isabel Cademartori, hatte damals erklärt, dass aus den Reihen der Abgeordneten noch Änderungswünsche bestünden. Zugleich verwies sie darauf, dass die von der Deutschen Bahn vorgelegte Planung aus verkehrlicher und wirtschaftlicher Sicht die tragfähigste Antwort auf einen Engpass im norddeutschen Schienennetz sei. Angestrebt werde eine eindeutige und langfristig belastbare Entscheidung in der Sitzungswoche Anfang Oktober.

Ob es innerhalb der Koalition tatsächlich eine Mehrheit für den Neubau gibt, ist weiterhin offen. Damit gerechnet wird jedoch, dass die Grünen das Projekt unterstützen.

Die nun anstehende Behandlung im Bundestag gilt als bedeutender Schritt für das Vorhaben, das insbesondere in Niedersachsen umstritten ist. Sollte das Parlament grünes Licht geben, würden anschließend weitere Planungsabschnitte folgen. Dazu zählen vor allem die Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Bis Züge tatsächlich auf einer neuen Trasse verkehren, dürfte allerdings noch viel Zeit vergehen – möglicherweise mehrere Jahrzehnte.

Bereits Mitte September hatten sich die zuständigen Verkehrspolitiker von CDU/CSU und SPD in einem Entwurf für eine Beschlussvorlage grundsätzlich für den Bau einer Neubaustrecke ausgesprochen. Der Text sah außerdem Verbesserungen an der bestehenden Strecke vor. Gleichzeitig wurde betont, dass an dem Papier noch weiter gearbeitet werde.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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