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Warum ausgerechnet China jetzt über Audis Zukunft bei Premiumautos entscheiden könnte

Trotz brutalem Konkurrenzkampf gibt Audi-Chef Gernot Döllner China nicht auf – im Gegenteil: Gerade dort sieht er weiter großes Potenzial im Premiummarkt. Was Audi jetzt mit deutlich mehr lokaler Entwicklung plant, könnte zum entscheidenden Vorteil werden.

24.04.2026, 09:30 Uhr

China bleibt für Audi zentraler Wachstumsmarkt

Audi-Chef Gernot Döllner sieht China trotz des schwierigen Umfelds als wichtigsten Zukunftsmarkt für das Premiumgeschäft des Herstellers. Auf der Automesse in Peking sagte er der Deutschen Presse-Agentur, dass der Premiumsektor weltweit im Grunde nur noch in China nennenswert wachse.

Nach Döllners Einschätzung dürfte der chinesische Premiummarkt in den nächsten zehn Jahren um etwa 40 Prozent zulegen. In anderen Weltregionen erwartet er dagegen kaum Dynamik. Gleichzeitig habe sich der Wettbewerb in China deutlich verschärft. Vor allem neue einheimische Hersteller hätten sich erfolgreich im Premiumsegment etabliert. Audi befinde sich daher wieder stärker in der Rolle eines Herausforderers und müsse sich dem Konkurrenzkampf offensiv stellen.

Zwei Markenstrategien in China

Döllner machte zugleich deutlich, dass Audi in China noch Nachholbedarf habe. Der Umbau der Kernmarke hin zu sogenannten NEV-Fahrzeugen sei noch nicht abgeschlossen. In China umfasst dieser Begriff vor allem Elektroautos und Plug-in-Hybride.

Um sich breiter aufzustellen, verfolgt Audi auf dem chinesischen Markt inzwischen eine Doppelstrategie. Neben der bekannten Marke mit den vier Ringen gibt es die neue Schwesterlinie AUDI, die ohne das klassische Logo auftritt und zusammen mit dem chinesischen Partner SAIC entwickelt wird. Döllner bezeichnete diesen Schritt als mutig und mit erheblichen Risiken verbunden. Intern und extern sei die Entscheidung stark hinterfragt worden. Inzwischen zeige sich jedoch, dass damit neue Zielgruppen erreicht würden, die mit der Hauptmarke bislang kaum anzusprechen gewesen seien.

Fokus auf Digitalisierung und automatisiertes Fahren

Künftig will Audi die neue Marke noch stärker mit der eigenen Handschrift prägen. Ziel sei es, die typischen Audi-Eigenschaften vor Ort deutlicher in die Fahrzeuge einfließen zu lassen. Besonders wichtig sind aus Sicht des Konzerns zwei Bereiche: das digitale Nutzererlebnis im Innenraum sowie automatisiertes Fahren.

Diese beiden Themen gelten für Döllner als die entscheidenden Innovationsfelder der kommenden Jahre. Darüber hinaus rücke eine weitere Frage zunehmend in den Vordergrund: Welche Rolle künstliche Intelligenz künftig im Auto spielen wird. Auch in diesem Bereich erwartet Audi starke Impulse aus China.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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