Sachsen

Leipzig-Schock: Auto rast in Menschengruppe

Schock in Leipzig: Auto rast in Menschengruppe – mehrere Verletzte, Polizei ermittelt.

04.05.2026, 17:30 Uhr

Schreckliche Szenen in der Leipziger Innenstadt: Bei einer mutmaßlichen Amokfahrt sind am Montagabend zwei Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um eine 63-jährige Frau und einen 77-jährigen Mann. Drei weitere Menschen wurden schwer verletzt, hinzu kommen zahlreiche weitere Verletzte. Insgesamt sind laut Polizei rund 80 Menschen von dem Vorfall betroffen.

Der festgenommene Fahrer ist nach Behördenangaben ein 33-jähriger deutscher Staatsbürger. Sachsens Innenminister Armin Schuster sprach von einem mutmaßlichen Amoktäter. Nach bisherigem Stand gehen die Ermittler mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Einzeltäter aus. Die Polizei teilte zudem mit, dass derzeit keine Hinweise auf ein politisches oder religiöses Motiv vorliegen.

Täter noch im Auto festgenommen

Nach bisherigen Erkenntnissen war der Mann am frühen Abend mit einem weißen Auto vom Augustusplatz kommend über den Marktplatz gefahren und hatte dabei mehrere Menschen angefahren. Die Polizei nahm ihn noch im Fahrzeug fest. Offiziellen Angaben zufolge ließ er sich widerstandslos festnehmen.

Der Verdächtige ist in Deutschland geboren und lebt in der Region Leipzig. Nach dpa-Informationen war er bereits vor der Tat polizeibekannt, allerdings nicht wegen vergleichbarer Delikte. Leipzigs Leitende Oberstaatsanwältin Claudia Laube bekräftigte, dass die Ermittler von einer Amoktat ausgehen. Anhaltspunkte für eine andere Einordnung oder für weitere Täter gebe es derzeit nicht.

Hintergründe weiter unklar

Die genauen Hintergründe der Tat sind weiterhin nicht vollständig geklärt. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung erklärte, zur Motivation gebe es bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Jung und Innenminister Schuster dankten zugleich den Menschen, die vor Ort schnell und umsichtig geholfen hätten. Passanten hätten Verletzte unterstützt, Wasser gereicht und besonnen reagiert.

Kretschmer tief erschüttert

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zeigte sich tief betroffen. Eine solche Tat mache sprachlos, erklärte er. Seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Familien. Den Verletzten wünschte er Kraft und eine schnelle Genesung. Zugleich kündigte er eine rasche und vollständige Aufklärung an. Der Rechtsstaat werde konsequent handeln.

Großeinsatz in der Innenstadt

Rund um den Leipziger Marktplatz bot sich am Abend ein bedrückendes Bild. Zahlreiche Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst waren vor Ort, Blaulicht prägte die Szene. Ein Sichtschutz wurde aufgebaut. Vor dem weißen Auto war ein Tuch zu sehen, das mutmaßlich eine der Leichen bedeckte.

Gedrückte Stimmung an der Grimmaischen Straße

Der Vorfall ereignete sich nach bisherigen Erkenntnissen im Bereich der Grimmaischen Straße. Die zentrale Straße führt vom Augustusplatz durch die Leipziger Fußgängerzone bis zur Thomaskirche. In unmittelbarer Nähe liegen die Universität Leipzig und die Nikolaikirche, ein wichtiger Ort der Friedlichen Revolution.

Vor dem bekannten Lokal „Auerbachs Keller“ sperrte die Polizei den Bereich mit Flatterband ab. Am Seminargebäude der Universität herrschte gedrückte Stimmung: Kleine Gruppen junger Menschen saßen auf den Stufen oder standen beisammen, viele mit dem Handy in der Hand oder am Ohr. Zahlreiche Geschäfte in der Innenstadt schlossen kurz nach der Tat, vor den Cafés blieben nur noch wenige Gäste.

Auch auf dem Augustusplatz vor Gewandhaus und Oper versammelten sich viele Menschen. Sie informierten sich per Smartphone über die Lage, machten Fotos und Videos. Immer wieder verließen Krankenwagen die Grimmaische Straße. Wie viele der rund 80 Betroffenen körperlich verletzt wurden, war zunächst weiter unklar.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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