Nordrhein-Westfalen

Inferno in Bochum: drei Tote, fünf verletzt

Drei Tote, fünf Verletzte: Nach dem Horror-Feuer in Bochum läuft die Suche nach der Ursache – was bislang bekannt ist.

13.10.2026, 09:58 Uhr

Drei Tote bei Wohnungsbrand in Bochum

Bei einem Feuer in einem dreigeschossigen Mehrfamilienhaus in Bochum sind am Dienstagmorgen drei Menschen ums Leben gekommen. Das bestätigte die Polizei. Fünf weitere Personen erlitten Rauchgasvergiftungen und wurden in Krankenhäuser in Bochum gebracht.

Nach Angaben der Feuerwehr wurden die drei erwachsenen Opfer erst im Verlauf der Löscharbeiten leblos in einer Wohnung entdeckt. Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg, sie starben noch am Einsatzort. Zur Identität der Toten machten die Behörden zunächst keine Angaben. Nach ersten Einschätzungen könnten sie erstickt sein, weil sie das Haus nicht mehr rechtzeitig verlassen konnten.

Bochums SPD-Oberbürgermeister Jörg Lukat sprach an der Brandstelle von einer Tragödie, wie sie die Stadt seit Jahrzehnten nicht erlebt habe.

Bewohner riefen an Fenstern um Hilfe

Die Einsatzkräfte waren gegen 4.15 Uhr alarmiert worden. Als die Feuerwehr eintraf, hatte sich der Brand bereits stark ausgebreitet, dichter Rauch zog aus dem Gebäude. Fünf Hausbewohner standen nach Feuerwehrangaben an Fenstern im ersten und zweiten Obergeschoss und riefen um Hilfe.

Die Rettung wurde dadurch erschwert, dass das hölzerne Treppenhaus bereits weitgehend zerstört war. Ein Zugang über das Innere des Hauses war deshalb kaum noch möglich. Zwei Menschen wurden über eine Drehleiter gerettet, zwei weitere über tragbare Leitern. Ein Bewohner sprang aus dem ersten Stock in ein Sprungpolster der Feuerwehr.

Treppenhaus zerstört, Haus wohl unbewohnbar

Gegen 8.00 Uhr waren die Löscharbeiten nach rund vier Stunden beendet. Danach wurde der Brandort an die Polizei übergeben. Das Gebäude ist schwer beschädigt, komplett verrußt und nach Einschätzung der Feuerwehr wegen der zerstörten Treppe und der massiven Rauchschäden derzeit unbewohnbar.

Für den Einsatz mussten Gas und Strom abgeschaltet werden. Davon waren auch benachbarte Gebäude betroffen. Zahlreiche Anwohner mussten am frühen Morgen ihre Wohnungen im Dunkeln verlassen.

Die Stadt stellte an der Brandstelle einen Betreuungsbus bereit, in dem etwa 25 Menschen vorübergehend unterkamen. Die meisten kamen später bei Freunden oder Bekannten unter, ein Bewohner wurde von der Stadt untergebracht.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln

Wie es zu dem Brand kam, ist weiter unklar. Polizei und Staatsanwaltschaft haben eine Ermittlungskommission eingerichtet. Brandermittler untersuchten das stark beschädigte Haus noch am Vormittag, unterstützt von der Feuerwehr mit einer Drehleiter bei der Begutachtung der oberen Stockwerke.

Neben der Brandursache soll auch geklärt werden, warum der Alarm womöglich erst spät ausgelöst wurde. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers wird zudem geprüft, ob in allen Wohnungen Brandmelder vorhanden waren.

Katze aus dem brennenden Haus gerettet

Trotz der tragischen Folgen gab es für die Einsatzkräfte auch einen kleinen Lichtblick: Aus dem brennenden Haus wurde eine Katze gerettet. Das Tier erhielt zunächst Sauerstoff und wurde anschließend in tierärztliche Behandlung gebracht.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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