Der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, erlaubt in seiner Erzdiözese die Segnung homosexueller Paare.
Wie das Erzbistum auf Nachfrage mitteilte, verweist Marx in einem aktuellen Schreiben an die Seelsorgerinnen und Seelsorger auf eine Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Diese solle als Grundlage für das pastorale Handeln dienen. Zuerst hatte die konservative Zeitung Tagespost darüber berichtet.
Orientierung durch gemeinsame Handreichung
Die entsprechende Handreichung war vor rund einem Jahr von DBK und ZdK beschlossen worden und trägt den Titel „Segen gibt der Liebe Kraft“. Darin wird betont, dass die Kirche Paare, die in einer Liebesbeziehung leben, anerkennen und seelsorgerlich begleiten wolle.
Nach dem Papier sollen unter anderem Geschiedene und Wiederverheiratete, Paare verschiedener geschlechtlicher Identitäten und sexueller Orientierungen sowie Paare, die nicht kirchlich heiraten möchten oder können, mit einem Segen in ihrer Partnerschaft begleitet werden. Die Handreichung soll damit eine Praxis stärken, die vielerorts bereits angewendet wird.
Zustimmung und Kritik
Nach Auffassung der Deutschen Bischofskonferenz steht das Dokument im Einklang mit den Vorgaben aus Rom und mit der Linie des damaligen Papstes Franziskus. Vor allem unter konservativen Katholiken bleibt diese Einschätzung jedoch umstritten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion