Bayern

Junge Union fordert Jura-Bachelor und widerspricht damit der CSU

Nachdem sich die CSU-Fraktion im Landtag zuletzt gegen einen Vorschlag der Grünen positioniert hat, der das Jura-Studium modernisieren sollte, kommt nun unerwarteter Gegenwind aus den eigenen Reihen.

21.04.2026, 11:11 Uhr

Die Junge Union Bayern spricht sich für einen Bachelorabschluss im Jurastudium aus und unterstützt damit überraschend eine Position, die auch von den Grünen vertreten wird. Mit dem Vorstoß stellt sich der CSU-Nachwuchs gegen die Haltung der CSU-Landtagsfraktion, die einen entsprechenden Antrag der Grünen zuletzt deutlich zurückgewiesen hatte.

Im klassischen Jurastudium in Bayern gilt bislang: Ohne bestandenes Staatsexamen gibt es keinen akademischen Abschluss. Nach dem Willen der Jungen Union soll künftig ein integrierter Bachelor vergeben werden, sobald der universitäre Teil des Studiums erfolgreich absolviert wurde und damit alle Prüfungen vor dem Staatsexamen bestanden sind.

Damit sollen Studierende abgesichert werden, die das Staatsexamen auch nach mehreren Versuchen nicht bestehen. Sie würden in diesem Fall nicht ohne Abschluss aus dem Studium gehen. In mehreren anderen Bundesländern existiert ein solches Modell bereits.

Deutliche Kritik aus der CSU

Die CSU-Fraktion im Landtag hatte angekündigt, einen entsprechenden Gesetzentwurf abzulehnen. Die rechtspolitische Sprecherin Petra Guttenberger kritisierte den integrierten Bachelor als irreführend und warnte vor Einbußen bei Qualitätsanspruch und Leistungsnachweis. Auch aus dem Justizministerium hieß es, ein automatisch verliehener Bachelor of Laws würde eine Qualifikation bescheinigen, die bei endgültig nicht bestandener Erster Juristischer Prüfung nicht vorliege. Neben der CSU signalisierten auch AfD und Freie Wähler Ablehnung.

JU hält am Staatsexamen fest

Annamarie Bauer, Landesschriftführerin der Jungen Union Bayern, verteidigte die Forderung. Wer über Jahre erfolgreich Rechtswissenschaft studiere, habe einen Abschluss verdient, erklärte sie. Zugleich betonte sie, dass das Staatsexamen weiterhin der entscheidende Maßstab für besondere juristische Qualifikation bleibe.

Für klassische volljuristische Berufe wie etwa das Richteramt wäre ein bestandenes Staatsexamen demnach weiterhin zwingend erforderlich. Auch die Grünen hatten an dieser Voraussetzung nicht gerüttelt.

Mehr Bedarf an juristisch geschulten Kräften

Die Junge Union verweist zudem auf den wachsenden Bedarf an Beschäftigten mit juristischen Grundkenntnissen in Verwaltung, Justiz, Unternehmen und Verbänden. Ein integrierter Bachelor könne diese Fähigkeiten sichtbar machen und den Studienstandort Bayern attraktiver machen.

Nach Ansicht der JU würde ein solcher Abschluss außerdem besser zu den Anforderungen eines Arbeitsmarkts passen, der sich zunehmend verändert.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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