Der Münchner Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist Harald Lesch bewertet Forderungen nach einer Rückkehr zur Kernenergie in Deutschland skeptisch. Als einen wichtigen Grund nennt er den Klimawandel. Im Gespräch mit der „Augsburger Allgemeinen“ erklärte der ZDF-Moderator, ein Atomkraftwerk müsse permanent gekühlt werden, um einen schweren Störfall zu verhindern. Zugleich wiesen Klimaprognosen darauf hin, dass künftig nicht ausreichend Wasser für diese Kühlung zur Verfügung stehen könnte. Lesch kritisierte in diesem Zusammenhang die Politik und meinte, dort fehle es dringend an physikalischem Grundverständnis.
Trotz des beschlossenen Atomausstiegs werben mehrere Politiker weiterhin für Kernkraft als Technologie der Zukunft. Dazu gehört auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der im Freistaat den Bau eines kleinen Atomreaktors anstrebt, eines sogenannten Small Modular Reactor (SMR). Diese Reaktoren sind kleiner als klassische Kernkraftwerke und sollen aus seriell gefertigten Komponenten bestehen.
Befürworter versprechen sich davon geringere Kosten und einen effizienteren Betrieb. Kritiker hingegen warnen vor zusätzlichen Arten radioaktiver Abfälle sowie davor, dass eine größere Zahl solcher Anlagen die Überwachung und Kontrolle erschweren würde.
Lesch sagte außerdem, er habe Söder früher zwar mehrfach beraten. Der CSU-Vorsitzende habe anschließend jedoch stets genau entgegengesetzt gehandelt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion