Zwei Treffer von Jens Stage haben Werder Bremen in der Bundesliga zu einem wichtigen 3:1 (1:1) im Nordderby gegen den Hamburger SV geführt. Mit dem Heimsieg machte Bremen als nun Tabellen-14. einen großen Schritt im Kampf um den Klassenerhalt und zog nach Punkten mit dem Rivalen gleich. Beide Mannschaften liegen jetzt fünf Zähler vor dem Relegationsrang.
Vor 41.800 Fans im ausverkauften Weserstadion brachte Stage die Gastgeber in der 37. Minute per Kopf in Führung. Der HSV antwortete jedoch schnell: Robert Glatzel erzielte nur vier Minuten später mit einem starken Abschluss den Ausgleich. Nach dem Seitenwechsel sorgte erneut Stage für den Unterschied, als er den Ball aus rund 17 Metern sehenswert in den rechten oberen Winkel setzte. In der Nachspielzeit machte Cameron Puertas mit dem 3:1 alles klar.
Für den HSV wurde die Aufgabe in der Schlussphase noch schwerer, weil der eingewechselte Philip Otele in der 79. Minute die Rote Karte sah. Schon vor dem Anpfiff hatten die Hamburger personelle Probleme: Luka Vuskovic wegen einer Knieprellung und Sambi Lokongo mit Oberschenkelbeschwerden fehlten im Kader. Bremen wurde zudem von einer imposanten Choreografie der eigenen Fans empfangen, die sich über mehrere Tribünen zog.
Werder anfangs überlegen, aber nicht zwingend
Die Bremer starteten engagierter und hatten mehr vom Spiel, während der HSV zunächst eher abwartend agierte. Trotzdem fehlte den Offensivaktionen der Gastgeber lange die nötige Präzision. Die erste größere Gelegenheit gehörte sogar den Gästen durch Ransford-Yeboah Königsdörffer in der 26. Minute.
Kurz zuvor war eine typische Bremer Szene zu sehen: Romano Schmid dribbelte sich stark nach vorn, spielte den entscheidenden Pass aber nicht zum besser postierten Njinmah, sondern direkt in die Beine von HSV-Verteidiger Miro Muheim.
Als Stage nach einer Flanke von Yukinari Sugawara schließlich zum 1:0 einköpfte, kochte das Weserstadion. Die Freude hielt allerdings nur kurz. Glatzel setzte sich wenig später robust gegen Karim Coulibaly durch und traf von der Strafraumgrenze wuchtig in den linken oberen Winkel. Der Videoschiedsrichter überprüfte die Szene auf ein mögliches Foul, ließ den Treffer aber bestehen.
Freundliches Wiedersehen an der Seitenlinie
Abseits des Rasens war die Stimmung zweigeteilt: Während zahlreiche Polizisten die rivalisierenden Fanlager trennten, gingen die beiden Trainer herzlich miteinander um. Bremens Daniel Thioune und Hamburgs Merlin Polzin verbindet seit ihrer gemeinsamen Zeit in Osnabrück eine enge Freundschaft.
Stage trifft traumhaft, HSV bleibt ohne Durchschlagskraft
Nach der Pause zeigte sich zunächst ein ähnliches Bild wie zu Beginn. Werder kam entschlossener aus der Kabine und wurde dafür mit Stages Traumtor belohnt. Danach zogen sich die Gastgeber mit zunehmender Spielzeit weiter zurück und überließen dem HSV häufiger den Ball.
Die Hamburger konnten daraus jedoch kaum Kapital schlagen. Zwar kontrollierten sie phasenweise das Spiel, gefährliche Abschlüsse blieben aber selten. Die beste Chance zum möglichen Ausgleich war ein harmlos ausgeführter Freistoß von Muheim in der 72. Minute.
Platzverweis gegen Otele und hitzige Schlussphase
In der Schlussphase schwächte sich der HSV selbst. Otele, erst kurz zuvor eingewechselt, traf Puertas mit offener Sohle am Bein. Nach Ansicht der Videobilder entschied Schiedsrichter Florian Exner auf Rot. Eine weitere Rote Karte gegen Bakery Jatta in der 86. Minute nahm Exner nach VAR-Hinweis wieder zurück.
Unmittelbar nach dem Bremer 3:1 kam es noch zu einer Rudelbildung vor der Hamburger Bank. Dabei sahen jeweils ein Betreuer beider Teams ebenfalls die Rote Karte.
Der Mann des Abends aber war klar Jens Stage, der nach seiner unglücklichen Rolle bei der 2:3-Niederlage im Hinspiel diesmal zum Derby-Helden für Werder Bremen wurde.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion