Bahnstrecke Berlin–Hannover ab Freitag für 14 Monate gesperrt
Reisende der Deutschen Bahn müssen sich auf der Verbindung zwischen Berlin und Hannover ab diesem Freitag auf massive Einschränkungen einstellen. Grund ist eine umfangreiche Sanierung, für die die Strecke für insgesamt 14 Monate vollständig gesperrt wird. Nach Angaben der Bahn werden die Züge in dieser Zeit über Braunschweig und Magdeburg umgeleitet. Dadurch verlängert sich die Fahrzeit um etwa 80 Minuten.
Von den Änderungen betroffen sind auch ICE-Fahrgäste zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen. Wer beispielsweise von Berlin nach Düsseldorf reisen will, muss künftig mit einer Fahrzeit von mindestens fünfeinhalb Stunden rechnen.
Auch Regionalverkehr betroffen
Einschränkungen gibt es ebenso im Regionalverkehr. Die Bahn kündigte an, während der Bauarbeiten ein Grundangebot aufrechterhalten zu wollen. So sollen Regionalzüge etwa zwischen Nauen und Stendal über Wittenberge fahren. Reisende, die von Stendal weiter nach Wolfsburg wollen, müssen jedoch auf Ersatzbusse ausweichen. Details zu Linien und Taktungen stellt die Bahn online bereit.
Umleitungsstrecke nicht rechtzeitig verfügbar
Auch der Güterverkehr wird überwiegend über Braunschweig und Magdeburg geführt. Ab Ende Januar kommenden Jahres ist zusätzlich eine zweite Ausweichroute über die Strecke Halle (Saale)–Eichenberg vorgesehen. Dieser Abschnitt wird derzeit ebenfalls modernisiert.
Für Fahrgäste dauern die Einschränkungen deutlich länger als zunächst geplant. Eigentlich sollten die Fernzüge ab Mitte Dezember die parallel zur Schnellfahrstrecke verlaufende Stammstrecke zwischen Lehrte und Berlin nutzen. Weil sich die laufende Elektrifizierung dieser Verbindung jedoch stark verzögert, wird sie nun erst Ende 2027 abgeschlossen sein. Deshalb bleiben die langen Umleitungen auch im gesamten nächsten Jahr bestehen.
Umfangreiche Erneuerung der Infrastruktur
Hintergrund ist die grundlegende Modernisierung der Strecke Berlin–Hannover. Nach Angaben von DB InfraGo werden dabei Gleise, Weichen, Betonfahrbahn, Oberleitungen, Stellwerke und Bahnhöfe gebündelt erneuert oder modernisiert. Ziel sei es, die Qualität, Zuverlässigkeit und Stabilität auf einer der wichtigsten Ost-West-Verbindungen im deutschen Bahnnetz zu verbessern.
Bis Dezember 2027 sollen auf dem Korridor Hunderte Kilometer Gleise, Weichen, Oberleitungen und Lärmschutzwände erneuert werden. Die Strecke ist Teil des Programms zur Generalsanierung, mit dem die Deutsche Bahn bis weit in die 2030er Jahre stark belastete Verbindungen modernisieren und so die Pünktlichkeit erhöhen will.
Zehntausende Tonnen Beton müssen ersetzt werden
Dass die Arbeiten zwischen Berlin und Hannover so lange dauern, liegt laut Bahn vor allem an einem besonders aufwendigen Abschnitt bei Stendal. Dort müssen mehr als 50 Kilometer Betonfahrbahn erneuert werden. Dafür werden Zehntausende Tonnen Betonplatten entfernt und neu eingebaut.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber