Berlin

Knobloch schlägt Alarm: Eralp im Roten Rathaus?

Berlin vor dem Machtwechsel? Elif Eralp könnte Geschichte schreiben – doch scharfe Kritik aus der jüdischen Gemeinschaft wächst.

01.10.2026, 09:54 Uhr

Vor dem Auftakt erster Gespräche über eine mögliche Regierungsbildung in Berlin hat die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, deutliche Bedenken gegenüber der Linken-Politikerin Elif Eralp als möglicher Regierungschefin geäußert. In der ARD-Talkshow „Maischberger“ sagte die 93-Jährige auf die Frage, ob sie die Einschätzung von Bundesfamilienministerin Karin Prien teile, wonach sich Jüdinnen und Juden unter Eralp als Regierender Bürgermeisterin nicht mehr sicher fühlen könnten: „Das ist keineswegs aus der Luft gegriffen, sondern aus meiner Sicht Realität.“

Knobloch mahnte, die Politik müsse hier äußerst wachsam sein. Sollte es dazu kommen, wäre das aus ihrer Sicht „eine große Katastrophe“ – nicht nur für die jüdische Gemeinschaft in der Hauptstadt, sondern für Berlin insgesamt. Konkreter begründete sie ihre Kritik in der Sendung nicht.

Der Hintergrund der Frage waren Aussagen Priens aus der Vorwoche, ebenfalls bei „Maischberger“. Die CDU-Politikerin hatte dort erklärt, dass sich Jüdinnen und Juden in Berlin unter einer Bürgermeisterin Eralp nicht mehr sicher fühlen könnten.

Knobloch warnt auch vor weiterem Erstarken der AfD

Bereits zuvor hatte Knobloch in der Sendung erneut ihre Sorge über den zunehmenden Einfluss der AfD betont. Zwar vertraue sie auf das Versprechen von Bundeskanzler Friedrich Merz, nicht mit der Partei zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig beobachte sie aber, dass die AfD immer stärker werde – nahezu täglich, wie sie sagte. Auch kommende Wahlen würden diese Entwicklung vermutlich bestätigen, so die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

Mit Blick auf die Zukunft fand Knobloch klare Worte: „Die AfD muss verschwinden.“ Nur darin liege die Grundlage für einen sicheren Weg nach vorn. Andernfalls sehe sie mit großer Sorge auf die weitere Entwicklung. „Ich habe Angst. Und die Menschen haben Angst.“

Linke wurde stärkste Kraft in Berlin

Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September war die Linke mit 25,7 Prozent stärkste Partei geworden. Damit könnte sie mit Elif Eralp erstmals die Regierende Bürgermeisterin der Hauptstadt stellen.

Teile der Berliner Linken stehen seit längerem wegen ihrer Haltung zu Israel, Palästina und zum Thema Antisemitismus in der Kritik. Vor dem Hintergrund dieser Debatte hatte die Parteiführung nach der Wahl mehrfach betont, dass sie klar für den Schutz jüdischen Lebens eintrete.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen