Bayern

Wiesn-Zoff? Bedienungen fordern Toleranz – Wirte stimmen zu

Wiesn-Bedienungen setzen auf Social Media ein starkes Zeichen – und die Reaktion der Wirte auf die Anti-rechts-Initiative überrascht.

30.09.2026, 04:00 Uhr

Die Münchner Wiesn-Wirte haben die in sozialen Netzwerken gestartete Initiative „Bedienungen gegen rechts“ grundsätzlich begrüßt. Wie die Sprecher der Vereinigung der Münchner Wiesn-Wirte, Peter Inselkammer und Christian Schottenhamel, der Deutschen Presse-Agentur mitteilten, unterstütze man das Engagement der Bedienungen und stelle klar, dass in den Festzelten weder Rassismus noch Sexismus geduldet würden. Entsprechende Vorfälle würden nicht akzeptiert und zudem den Behörden gemeldet.

Gleichzeitig betonten die Wirte, dass sie sich darüber hinaus nicht politisch positionieren wollten. Zur Begründung verwiesen sie auf die Regeln des Oktoberfests, nach denen politische Veranstaltungen in den Zelten nicht zulässig sind.

Initiative wirbt für Offenheit und Respekt

Zum Auftakt des Oktoberfests hatte die Gruppe „Bedienungen gegen rechts“ ein rund vierminütiges Video in den sozialen Medien, unter anderem auf Instagram, veröffentlicht. Darin sprechen zahlreiche Servicekräfte von der Wiesn über Vielfalt, Toleranz und gegenseitigen Respekt auf dem größten Volksfest der Welt.

Nach Ansicht der Initiative ist die Wiesn sehr wohl ein politischer Ort, an dem Haltung gezeigt werden müsse. Zwar stehe das Fest für Tradition, zugleich solle es aber auch für mehr Offenheit und Toleranz stehen.

Die Beteiligten fordern, dass sich die gesamte Wiesn klar gegen Extremismus, menschenverachtendes Verhalten, Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung stellt. Gerade mit Blick auf aktuelle politische Entwicklungen, etwa den Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt, reiche es ihrer Meinung nach nicht mehr aus, zu schweigen und unpolitisch bleiben zu wollen.

Oktoberfest
Einige Wiesn-Bedienungen schleppen in diesem Jahr nicht nur Maßkrüge, sondern engagieren sich auch bei den «Bedienungen gegen rechts». (Symbolbild) Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Verweis auf das Oktoberfest-Attentat

In dem Video weist eine Beteiligte darauf hin, dass rechte Positionen seit Jahren wieder leichter geäußert würden und oft auf weniger Widerspruch träfen. Dagegen wolle man bewusst Stellung beziehen.

Zugleich erinnert die Initiative an die Opfer des rechtsextremen Anschlags auf das Oktoberfest. Am 26. September 1980 war am Haupteingang eine Bombe explodiert. Zwölf Menschen kamen dabei ums Leben, rund 200 wurden verletzt; auch der Attentäter starb.

Am Ende des Videos bekräftigen die Wiesn-Bedienungen ihren Appell mit einer klaren Botschaft: Man wolle widersprechen und Haltung zeigen. Gemeinsam stelle man sich gegen Rassismus, Sexismus, Menschen- und Queerfeindlichkeit sowie gegen Gewalt. Nach Angaben der Initiative haben sich bereits mehr als 200 Menschen angeschlossen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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