Bayern

Warum «Die Blauen Reiterinnen» so fesseln

Was verschweigt die Kunstgeschichte über den «Blauen Reiter»? Eine neue Ausstellung rückt die vergessenen Frauen ins Licht.

07.10.2026, 17:17 Uhr

Der Blaue Reiter zählt zu den bedeutendsten Künstlervereinigungen Deutschlands. In der öffentlichen Wahrnehmung standen bislang jedoch vor allem Männer wie die Gründer Wassily Kandinsky und Franz Marc sowie Paul Klee und August Macke im Vordergrund. Ein neues Ausstellungsprojekt will diesen Blick nun erweitern.

Frauen des Blauen Reiter im Fokus

Unter dem Titel „Die Blauen Reiterinnen“ rückt eine internationale Ausstellung die Künstlerinnen aus der Gruppe und ihrem Umfeld in den Mittelpunkt. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Malerin Gabriele Münter (1877–1962).

Nach Angaben der Veranstalter hat sich über Jahrzehnte das Bild des Blauen Reiter als überwiegend männlich geprägter Kreis gehalten. Dabei habe gerade Münter in den fünf gemeinsam organisierten Ausstellungen der Gruppe die meisten Werke gezeigt. Auch das Netzwerk rund um die Bewegung sei wesentlich von den beteiligten Künstlerinnen getragen worden.

Mehr als nur Begleiterinnen

In der Öffentlichkeit seien die Frauen lange vor allem in Verbindung mit ihren männlichen Kollegen wahrgenommen worden – etwa als Inspiratorinnen, Schülerinnen, Nachfolgerinnen oder Verwalterinnen des Briefwechsels. Die Ausstellungsmacher betonen dagegen, dass ihre Rolle deutlich größer gewesen sei: Sie verstehen die Künstlerinnen als Kosmopolitinnen, Mäzeninnen, Organisatorinnen und Wegbereiterinnen einer neuen Kunst.

Auftakt in Wiesbaden

Das Projekt wurde in München vorgestellt, wo die Ausstellung allerdings erst in einem Jahr zu sehen sein wird. Zunächst startet sie am 23. Oktober in Wiesbaden, zieht anschließend nach Bremen weiter und macht zum Abschluss in Ascona in der Schweiz Station.

Unterstützt wird die von mehreren Stiftungen geförderte Ausstellung von Schauspielerin Iris Berben, die die Schirmherrschaft übernommen hat.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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