Bayern

Statt Maß die Spritze: Hunderte drängen auf der Wiesn

Oktoberfest mal anders: Auf der Wiesn holen sich Hunderte spontan den Piks gegen Grippe und Covid-19 – aus gutem Grund.

25.09.2026, 14:11 Uhr

Großer Zuspruch für Impfangebot auf dem Oktoberfest

Das Impfangebot auf dem Oktoberfest wird gut angenommen. Nach Angaben der Stadt München haben sich in den ersten sechs Festtagen bereits 322 Menschen in der Sanitätsstation der Aicher-Ambulanz gegen Grippe, Covid-19 oder gegen beide Krankheiten impfen lassen.

Ein Sprecher der Aicher-Ambulanz sprach von einer hohen Nachfrage. Viele Menschen kämen eigens nur für die Impfung vorbei und besuchten das Festgelände ansonsten gar nicht. Ein Grund dafür sei, dass die Impfungen ohne vorherige Terminvereinbarung möglich sind.

Gleichzeitig weist die Sanitätswache darauf hin, dass nach der Impfung weder Alkohol noch größere körperliche Belastung empfohlen werden. Deshalb werde vom direkten Besuch eines Bierzelts nach dem Impftermin abgeraten. Darauf würden die Besucherinnen und Besucher in den Beratungsgesprächen ausdrücklich aufmerksam gemacht.

Teil der Initiative „München impft“

Die Aktion auf der Wiesn gehört zum stadtweiten Programm „München impft“, das gemeinsam von der Landeshauptstadt, dem LMU Klinikum und dem TUM Klinikum getragen wird. Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek zog nach den ersten Tagen eine positive Bilanz. Ziel sei es, schwere Krankheitsverläufe und Komplikationen zu vermeiden sowie die Impfquoten entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission zu verbessern.

Nach Angaben der Stadt sollten Interessierte ihren Impfpass und ihre Krankenversicherungskarte mitbringen. Geimpft wird montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr, an Samstagen und Sonntagen bereits ab 9 Uhr bis 14 Uhr. Der vollständige Impfschutz entwickelt sich in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen.

191. Münchner Oktoberfest - Eröffnung
In der Masse haben es Erkältungsviren leicht. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Impfbereitschaft bleibt ausbaufähig

Trotz bestehender Empfehlungen ist laut Experten nicht einmal jede dritte Person aus den relevanten Gruppen gegen Influenza geimpft. Christoph Spinner, Leiter der Infektiologie am TUM-Klinikum Rechts der Isar, hatte zuletzt darauf hingewiesen, dass damit das Risiko für einen schweren Verlauf steige. Der Herbst sei daher nicht nur Zeit für Volksfeste, sondern auch für Auffrischungs- und Schutzimpfungen.

Während Grippe vor allem in der kalten Jahreszeit auftritt, verbreitet sich das Coronavirus das ganze Jahr über. Gerade auf dem Oktoberfest sei das Ansteckungsrisiko erhöht, weil sich in den Festzelten viele Menschen auf engem Raum begegnen. Auch andere Erkältungsviren hätten dort leichtes Spiel. In München ist dieses Phänomen seit langem bekannt – oft ist dann von der sogenannten „Wiesn-Grippe“ die Rede, hinter der unterschiedliche Viren stecken können.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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