Bayern

Schützenbund: Warum diese Tat nie zu verhindern war

Nach den tödlichen Schüssen in Berngau spricht der Schützenbund von Tragödie – und verrät, wie heikel Waffenkontrollen sind.

09.10.2026, 13:12 Uhr

Nach den tödlichen Schüssen eines Sportschützen auf zwei Verwaltungsmitarbeiter in Berngau bewertet der Bayerische Sportschützenbund (BSSB) den Vorfall als absoluten Ausnahmefall. BSSB-Geschäftsführer Alexander Heidel sagte der Deutschen Presse-Agentur, eine derartige Einzeltat lasse sich mit keinem Gesetz der Welt verhindern.

Den Angriff bei einer Waffenkontrolle, bei dem zwei Mitarbeiter des Landratsamts Neumarkt in der Oberpfalz getötet wurden, bezeichnete Heidel als schlimme Tragödie. Zugleich sprach er den Familien der Opfer im Namen des Verbandes sein Beileid aus.

Ob der tatverdächtige 60-Jährige Mitglied im BSSB ist, konnte Heidel nach eigenen Angaben nicht bestätigen. Dem Verband lägen zu den Personalien des Mannes keine Informationen vor. Nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) besaß der 60-Jährige als Sportschütze und Jäger insgesamt zehn Waffen legal.

Verband spricht von absolutem Einzelfall

Heidel betonte, eine derartige Eskalation müsse als absoluter Einzelfall gesehen werden. Aus jüngerer Vergangenheit seien dem Verband keine gravierenden Vorfälle bekannt. Grundsätzlich gebe es bei Kontrollen in Bayern nur wenige bis gar keine Probleme. Laut Herrmann finden im Freistaat pro Jahr etwa 10.000 solcher Überprüfungen statt.

Der Verband werde in der Regel erst dann von Mitgliedern eingeschaltet, wenn ein behördlicher Entzug der Erlaubnis zum Waffenbesitz im Raum stehe, sagte Heidel. Was die Behörden bei solchen Kontrollen prüfen, sei gesetzlich streng geregelt. Mit Blick auf mögliche Folgen für die aktuelle Überprüfung des Waffenrechts durch das Bundesinnenministerium mahnte Heidel, zunächst die weiteren Ermittlungen der Polizei abzuwarten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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