Bayern

Puma-Alarm nahe Münchner Flughafen?

Puma-Alarm nahe Münchens Flughafen? Eine Raubkatze soll dort frei umherstreifen – Behörden warnen und bitten um Hinweise.

07.10.2026, 13:27 Uhr

In der Nähe des Münchner Flughafens könnte sich weiterhin eine freilaufende Raubkatze in einem Naturschutzgebiet aufhalten. Nach einer ersten fachlichen Einschätzung kommt ein Puma als Tierart infrage. Gleichzeitig betont das Landratsamt Erding, dass bislang nicht abschließend geklärt ist, um welches Tier es sich tatsächlich handelt.

Auslöser der Suche war eine Sichtung im Notzingermoos in der oberbayerischen Gemeinde Oberding. Nach Angaben der Polizei hatte ein Jäger dort am späten Dienstagabend mit einem Nachtsichtgerät ein verdächtiges Tier entdeckt und vermutet, dass es sich um eine Großkatze handeln könnte. Er fertigte auch Videoaufnahmen an.

Diese Bilder wurden noch in der Nacht einem Experten vorgelegt. Laut Polizei geht dieser davon aus, dass es sich bei dem Tier um einen Puma handeln könnte. Die Aufnahmen werden jedoch weiterhin gemeinsam mit Fachleuten analysiert. Das Naturschutzgebiet liegt im Landkreis Erding, nur wenige Kilometer vom Flughafen München entfernt.

Suchmaßnahmen laufen – bislang vergeblich

Am Mittwochnachmittag startete die Polizei eine großangelegte Suchaktion in dem Gebiet. Nach Angaben der Polizei und einer Sprecherin sind zahlreiche Kräfte am Boden und in der Luft im Einsatz, um Hinweise auf den Aufenthaltsort des Tieres zu finden und dessen Herkunft zu klären.

Das weitläufige Waldgebiet wurde mit einem Polizeihubschrauber sowie zusätzlichen Drohnen aus der Luft abgesucht. Außerdem suchten Einsatzkräfte vor Ort nach möglichen Spuren, Hinterlassenschaften oder gerissenen Tieren. Bis zum frühen Abend blieb die Suche jedoch ohne Ergebnis. Nach Behördenangaben wurden bislang keine Spuren gefunden und das Tier nicht erneut gesichtet.

In der Nacht zum Donnerstag soll die Suche fortgesetzt werden. Dann soll eine Drohne mit Wärmebildtechnik vor allem in dem Bereich eingesetzt werden, in dem der Jäger das Tier beobachtet hatte. Die Beamten hoffen, das gesuchte Tier auf diese Weise aufspüren zu können, falls es in das Gebiet zurückkehrt.

Woher die Raubkatze stammen könnte, ist nach Angaben des Landratsamts weiter völlig unklar. Ein möglicher Halter ist demnach nicht bekannt. Hinweise auf einen Zirkus mit Raubkatzen in der Region gibt es derzeit ebenfalls nicht.

Bevölkerung soll vorsichtig sein

Das Landratsamt ruft die Bevölkerung weiterhin zu besonderer Vorsicht auf. Wer das Tier sieht oder Hinweise zu seinem möglichen Aufenthaltsort geben kann, soll sich umgehend bei der Polizei in Erding melden.

Zudem sollen Hunde in der Region nicht frei laufen gelassen werden. Kleine Kinder sollten nach Angaben der Behörde nicht unbeaufsichtigt draußen spielen.

Frühere Raubkatzen-Alarme erwiesen sich oft als Fehlalarm

In Deutschland haben sich ähnliche Sichtungen in der Vergangenheit mehrfach als harmlos herausgestellt. So suchten Polizei und Jäger 2023 in Kleinmachnow bei Berlin rund 30 Stunden nach einer vermeintlichen Löwin – am Ende handelte es sich sehr wahrscheinlich um ein Wildschwein.

Auch 2025 löste ein mutmaßlicher Puma am Geiseltalsee in Sachsen-Anhalt eine größere Suchaktion aus. Ein Experte kam später jedoch zu dem Schluss, dass es wohl eine Hauskatze war. In weiteren Fällen entpuppten sich vermeintliche Raubtiere sogar als Stofftiere, etwa in Cuxhaven und Frankfurt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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