Bayern

Inferno in Westernstadt – Rauchschock über Nürnberg

Inferno in Nürnbergs Süden: Eine Westernstadt brennt lichterloh – plötzlich endet ein Konzert, Camper müssen fliehen.

12.07.2026, 11:29 Uhr

Großbrand nahe Nürnberger Stadion: Hölzerne Westernkulisse und Waldstück zerstört

Meterhohe, orangefarbene Flammen und dichte Rauchwolken haben in der Nacht zum Samstag im Süden Nürnbergs für einen Großeinsatz gesorgt. In der Nähe des Max-Morlock-Stadions gerieten ein Waldstück und eine brachliegende hölzerne Westernstadt in Brand. Einsatzleiter Peter Saul sprach von einer eindrucksvollen Feuerfront. Über Stunden kämpften Hunderte Kräfte gegen das Feuer. Zwei Feuerwehrleute erlitten leichte Verletzungen. Was den Brand ausgelöst hat, war zunächst unklar.

Hohe Waldbrandgefahr in Bayern

Seit Tagen herrscht in weiten Teilen Bayerns große Trockenheit. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ist die Waldbrandgefahr vielerorts hoch. Ob sich die Ursache des Feuers noch eindeutig klären lässt, ist wegen der massiven Zerstörung fraglich. Die Polizei bittet daher um Hinweise aus der Bevölkerung. Zur Höhe des Schadens lagen zunächst keine Angaben vor.

Campingplatz vorsorglich evakuiert

Wegen Funkenflugs und der starken Hitze wurde am späten Freitagabend ein nahe gelegener Campingplatz geräumt. Rund 20 Menschen wurden vom Bayerischen Roten Kreuz betreut und konnten erst in den frühen Morgenstunden zu ihren Wohnmobilen zurückkehren.

Auch für Besucher eines Open-Air-Konzerts im Stadionpark nahm der Sommerabend ein unerwartetes Ende. Während der Zugabe ließ der Veranstalter das Gelände nach Polizeiangaben räumen, weil die Rauchentwicklung zu stark geworden war.

Brandort unweit von Stadion und Messe

Das Feuer erfasste eine Fläche von etwa 3.000 Quadratmetern und lag nur wenige hundert Meter vom Fußballstadion entfernt. Auch das Festival Rock im Park findet jedes Jahr in diesem Bereich statt. Das Nürnberger Messegelände befindet sich ebenfalls in unmittelbarer Nähe, getrennt nur durch eine breite Straße. Nach Angaben der Polizei bestand für die Messe jedoch keine akute Gefahr.

Aufräumarbeiten nach Brand nahe Nürnberger Messe
Es riecht verbrannt. Quelle: dvo/dpa

Nachlöscharbeiten bis in den Samstagabend

Am Samstagvormittag waren Feuerwehr und Technisches Hilfswerk weiter im Einsatz. Mit Radladern und einem Bagger wurde Schutt zusammengeschoben, während Einsatzkräfte verbliebene Glutnester suchten und ablöschten. Viele Bäume waren von Ruß geschwärzt, in der Luft lag weiterhin Brandgeruch. Zwar waren keine offenen Flammen mehr sichtbar, Entwarnung gab es aber noch nicht.

Peter Saul kündigte an, dass den ganzen Tag über Kontrollen stattfinden sollten, damit keine versteckten Glutnester übersehen werden. Rund 20 Feuerwehrleute blieben deshalb bis zum Abend vor Ort, auch um die Sicherheit bei einer weiteren Veranstaltung in der Nähe zu gewährleisten. Erst am Samstagabend konnte die Feuerwehr den Einsatz beenden.

Alarm kurz vor 22 Uhr

Die ersten Notrufe gingen am Freitag gegen 21.45 Uhr bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Mittelfranken ein. Gemeldet wurde ein Feuer im Bereich der stillgelegten Westernstadt zwischen Großer Straße und Beuthener Straße.

Insgesamt rückten etwa 380 Feuerwehrleute, mehr als 60 Kräfte des Rettungsdienstes sowie rund 15 Polizeibeamte an. Mehrere Trupps unter Atemschutz bekämpften die Flammen. Löschwasser wurde unter anderem aus dem Dutzendteich zur Einsatzstelle gepumpt. Nach gut drei Stunden meldete die Polizei, dass das Feuer gelöscht sei und nur noch Rauch aufsteige.

Warnung an die Bevölkerung wegen Rauch

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe warnte über Stunden vor starker Rauchentwicklung und Brandgeruch im Nürnberger Süden. Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen auszuschalten.

Das betroffene Areal entspricht in etwa der Größe von vier kleinen Fußballfeldern. Inzwischen hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen übernommen. Ein Brandsachverständiger verschaffte sich bereits am Samstag einen Überblick. Auch Brandstiftung wird nicht ausgeschlossen — sowohl fahrlässig als auch vorsätzlich.

Erinnerung an früheren Waldbrand bei Erlangen

Die Trockenheit beschäftigt die Behörden in Franken schon länger, deshalb finden derzeit auch Beobachtungsflüge zur Früherkennung von Waldbränden statt.

Erst im vergangenen Jahr hatte es nördlich von Nürnberg bei Erlangen einen größeren Waldbrand gegeben. Damals brannte Ende April 2025 ein Gebiet rund um einen ehemaligen Truppenübungsplatz. Betroffen waren nach Angaben des Landratsamts rund 40.000 Quadratmeter auf mehreren Flächen. Die Löscharbeiten zogen sich fast einen Monat hin, zwischenzeitlich wurde sogar der Katastrophenfall ausgerufen. Neun Feuerwehrleute wurden dabei leicht verletzt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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