Baden-Württemberg

Bodensee-Chaos: Schiffe teils gestoppt

Der Bodensee schrumpft weiter: Im Untersee geht jetzt nichts mehr – warum die Schiffe plötzlich stoppen mussten.

01.10.2026, 12:08 Uhr

Niedrigwasser stoppt Schiffsverkehr im Untersee – Saison endet dort am 18. Oktober

Der anhaltend niedrige Wasserstand hat dazu geführt, dass der Schiffsverkehr in einem Bereich des Bodensees eingestellt werden musste. Nach Angaben der Stadtwerke Konstanz haben die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) den Betrieb im Untersee auf den Verbindungen bei Radolfzell, Iznang, Mannenbach und Reichenau bis auf Weiteres ausgesetzt.

BSB-Geschäftsführer Frank Weber erklärte laut Mitteilung, man habe die Schifffahrt „buchstäblich bis zum letzten Zentimeter“ aufrechterhalten. Inzwischen sei die Gefahr jedoch zu groß, dass Schiffe schon in den Hafeneinfahrten stecken bleiben oder auf Grund laufen. Deshalb sei der Schritt aus Sicherheitsgründen nötig geworden – sowohl zum Schutz der Fahrgäste als auch der Schiffe.

Wie eine BSB-Sprecherin mitteilte, liegt der aktuelle Wasserstand in Radolfzell nur noch bei 203 Zentimetern. Für diese Jahreszeit sei das ein sehr niedriger Wert. Entscheidend seien dabei nicht allein die Pegelstände, sondern auch die Beschaffenheit des Seegrunds und die Zufahrt zu den Häfen. Nach dem Saisonende am 18. Oktober soll es im Untersee keine weiteren Fahrten mehr geben.

Anders stellt sich die Lage bei der Schweizerischen Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh) dar: Dort wird im Untersee weiterhin gefahren. Allerdings werden die Häfen Wangen auf der Höri und Mammern derzeit nicht angelaufen. Nach Angaben der URh sind Fahrten wegen des geringen Tiefgangs der Schiffe sowie bis an die Seekante gebauten Landestellen weiter möglich. Zudem seien bauliche Anpassungen vorgenommen worden, damit Fahrgäste weiterhin ein- und aussteigen können.

Auch insgesamt bleibt die Entwicklung angespannt: Am Pegel Konstanz wurden zuletzt noch 2,51 Meter gemessen. Damit liegt der Bodensee nur noch einen Zentimeter über der Marke von 2,50 Metern. Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) rechnet wegen der anhaltenden Trockenheit und des natürlichen Jahresverlaufs in den kommenden Wochen tendenziell mit einem weiteren Absinken.

Die trockene Witterung sorgt derzeit nicht nur am Bodensee für Probleme. Auch auf anderen Gewässern in Deutschland kam es zuletzt zu Einschränkungen für Ausflugs-, Touristen- und Frachtschiffe. Besonders betroffen war dabei der Rhein.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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