Nach Einschätzung des Kreditversicherers Allianz Trade könnten in Deutschland im laufenden Jahr mehr als 200.000 Jobs durch Unternehmensinsolvenzen gefährdet sein. Das geht aus einer auf Daten basierenden Hochrechnung hervor, die das Unternehmen bei der Vorlage seines internationalen Insolvenz-Ausblicks veröffentlicht hat.
Milo Bogaerts, Chef von Allianz Trade für Deutschland, Österreich und die Schweiz, verwies auf zusätzliche Belastungen durch internationale Krisen. Der Konflikt im Nahen Osten habe bereits spürbare Folgen für die deutsche Wirtschaft, zudem sei der Handelsstreit mit den USA weiterhin nicht ausgestanden.
Für Deutschland erwartet Allianz Trade 2025 einen Anstieg der Firmeninsolvenzen um 2,4 Prozent auf rund 24.650 Fälle. Sollte diese Prognose eintreffen, wäre das der höchste Stand seit 14 Jahren. Zum Vergleich: Nach Angaben des Statistischen Bundesamts registrierten die Amtsgerichte im vergangenen Jahr 24.064 Insolvenzen, ein Zuwachs von 10,3 Prozent.
Weltweit rechnet der Kreditversicherer mit einem noch stärkeren Anstieg. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen dürfte international um sechs Prozent zulegen. Wegen des Kriegs mit dem Iran wurde die Prognose zuletzt nach oben angepasst. Unternehmenschefin Aylin Somersan Coqui sagte, der Konflikt erhöhe vor allem den Druck auf energieintensive Branchen wie Transport, Chemie und Metall.
Für das kommende Jahr stellt Allianz Trade für Deutschland hingegen eine leichte Entspannung in Aussicht. Die Zahl der Insolvenzen könnte demnach um zwei Prozent auf etwa 24.150 Fälle sinken. Als Gründe nennt der Versicherer nachlassende kriegsbedingte Belastungen sowie wirtschaftliche Impulse durch Konjunkturmaßnahmen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion