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1:22 Uhr: Zverev kämpft sich nachts ins Viertelfinale

Mitten in der Nacht muss der deutsche Tennisstar in Madrid ran - dann wird es auch noch ein echter Krimi über die volle Distanz. Nach einem emotionalen Ausbruch dreht er auf und ringt sich doch noch zum Sieg.

29.04.2026, 01:33 Uhr

Zverev nach spätem Arbeitssieg im Madrid-Viertelfinale

Alexander Zverev hat beim Masters-1000-Turnier in Madrid in einer echten Nachtschicht das Viertelfinale erreicht. Der 29-Jährige bezwang im Achtelfinale den Tschechen Jakub Mensik mit 6:4, 6:7 (4:7), 6:3. Wegen der späten Ansetzung und einer Spielzeit von 2:18 Stunden stand der Erfolg des Weltranglistendritten erst um 1:22 Uhr fest.

"Ich bin definitiv glücklich mit dem Match und dem Sieg", sagte Zverev im Anschluss.

Im Viertelfinale bekommt es der Deutsche nun mit dem Italiener Flavio Cobolli zu tun. Gegen ihn hatte Zverev zuletzt im Halbfinale von München verloren. In Madrid steht er damit bereits zum sechsten Mal unter den letzten acht.

Der bekennende Bayern-Fan hatte zuvor noch gehofft, vom Champions-League-Duell des FC Bayern bei Paris Saint-Germain zumindest etwas mitzubekommen. Dafür hätte sich das vor ihm angesetzte Frauenmatch im Manolo Santana Stadion möglichst lange ziehen müssen. Genau das passierte: Aryna Sabalenka aus Belarus und die US-Amerikanerin Hailey Baptiste lieferten sich ein 2:30-Stunden-Match, an dessen Ende Baptiste nach drei Sätzen überraschend gewann.

Zverev verliert kurz die Nerven, setzt sich aber durch

Anschließend durfte Zverev auf den Platz und zeigte im ersten Satz eine starke Leistung. Im zweiten Durchgang übernahm jedoch Mensik phasenweise das Kommando, während sich beim Deutschen mehr Fehler einschlichen.

Als Zverev im entscheidenden dritten Satz mit 1:2 zurücklag, ließ er seinen Frust raus und schleuderte den Schläger auf den Boden. Kurz danach musste er sich mit einem Handtuch Sand aus den Augen wischen. Trotzdem kämpfte er sich zurück und verwandelte schließlich gleich seinen ersten Matchball.

Körperliche Probleme waren ihm dabei zumindest äußerlich nicht anzusehen. Nach seinem Sieg am Vortag gegen den Franzosen Terence Atmane hatte der Olympiasieger von 2021 noch von physischen Beschwerden im zweiten Satz gesprochen, ohne diese genauer zu erklären.

Zverev zählt gemeinsam mit dem italienischen Weltranglistenersten Jannik Sinner zu den Topfavoriten auf den Titel bei dem mit rund 8,2 Millionen US-Dollar dotierten Turnier. Der Wettbewerb gilt zugleich als wichtiger Gradmesser mit Blick auf die am 24. Mai beginnenden French Open.

Sinner weiter – Spaniens junges Talent sorgt für Aufsehen

Auch Jannik Sinner erreichte die Runde der letzten acht. Der Italiener setzte sich mit 6:2, 7:5 gegen den Briten Cameron Norrie durch. Im Viertelfinale wartet nun ein besonders spannendes Duell auf ihn: Der erst 19 Jahre alte Spanier Rafael Jodar setzte seinen starken Lauf mit einem 7:5, 6:0 gegen den Tschechen Vit Kopriva fort.

Bereits beim ATP-Turnier in Barcelona hatte Jodar für Aufsehen gesorgt, als er bis ins Halbfinale stürmte und dort erst am späteren Turniersieger Arthur Fils aus Frankreich scheiterte.

Tennis-Legende Boris Becker zeigte sich zuletzt auf der Plattform X begeistert: "Was für ein Talent!!!" Spanien habe im Tennis "einen weiteren Diamanten". Laut Datenanbietern ist Jodar erst der dritte spanische Teenager seit der Madrid-Premiere 2002, der dort das Viertelfinale erreicht hat. Zuvor war das nur Rafael Nadal und Carlos Alcaraz gelungen. Alcaraz fehlt in diesem Jahr verletzt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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