Der aus Dorsten stammende Arjun Malhotra hat seine Begeisterung für deutsches Bier zum Beruf gemacht. Seit Dezember 2023 führt er in Nairobi den Biergarten „Crafty Chameleon“ samt eigener Craft-Beer-Brauerei. Schon lange habe er privat gebraut, berichtet er. Während seiner Jugend in Kenia, dem Heimatland seines Vaters, habe ihm dort vor allem die Vielfalt deutscher Biere gefehlt.
Nach einem Studium in Volkswirtschaft und Management sei der Wunsch nach einer eigenen kleinen Brauerei immer konkreter geworden, als er wieder nach Kenia zurückkehrte. Praktika in Brauereien in den Niederlanden und in Südafrika halfen ihm dabei, sein zuvor selbst angeeignetes Wissen weiter auszubauen.
Rohstoffe aus Deutschland und anderen Ländern
Früh sei ihm klar gewesen, dass sich sein Bier nicht zu Preisen von industriell hergestellter Massenware anbieten lasse. Das liege vor allem an den Zutaten: Das Malz werde aus Deutschland bezogen, der Hopfen komme je nach Sorte aus den USA, aus Deutschland oder aus Tschechien. Dadurch werde die Produktion entsprechend kostspielig.
Als besonders sinnvoll habe sich deshalb die Verbindung von Brauerei, Ausschank und Restaurant erwiesen. Das frühere Wohnhaus der Familie mit seinem großen Garten ist inzwischen zu einem beliebten Treffpunkt geworden. Die Gäste kommen aus vielen Ländern, den größten Anteil stellen jedoch Kenianer.
Fünf eigene Biere und kreative Saison-Sorten
Die Rezepte für seine fünf regulären Biere sowie weitere saisonale Angebote hat Malhotra selbst entwickelt. Gebraut wird nach dem deutschen Reinheitsgebot, das verwendete Malz stammt aus Bamberg. Bei den Saisonbieren erlaubt sich die Brauerei jedoch auch Experimente.
So stand während der Mangosaison etwa ein Mango-Dragonfruit-IPA auf der Karte, das sich an besonders neugierige Bierfans richtete. Im Januar wurde außerdem passend zum „Dry January“ ein alkoholfreies IPA angeboten.
Lob von bayerischen Weizenbier-Fans
Zum Publikum zählen neben Kenianern auch Expats, chinesische Geschäftsleute und Deutsche, die in Nairobi ein Stück Bier-Heimat suchen. Zweimal war auch bereits eine bayerische Delegation der deutsch-kenianischen Außenhandelskammer im Biergarten zu Gast.
Für Malhotra war das eine besondere Bewährungsprobe. Gerade bayerische Gäste gelten beim Weizenbier als sehr anspruchsvoll. Umso mehr habe es ihn gefreut, dass das Urteil am Ende positiv ausfiel.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion