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Christiane Nüsslein-Volhard haderte mit ihrer Bio-Note im Abitur

Nobelpreisträgerin Nüsslein-Volhard bekam bei der Abi-Prüfung in Biologie «nur eine Zwei». Warum sie das bis heute erstaunt – und was sie über die Wertschätzung der Naturwissenschaften denkt.

22.04.2026, 07:55 Uhr

Deutschlands erste und bisher einzige Trägerin eines Nobelpreises in den Naturwissenschaften blickt kritisch auf ihre Abiturleistung in Biologie zurück. Im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk sagte Christiane Nüsslein-Volhard, sie sei mit der Note nicht wirklich glücklich gewesen: Statt einer Eins habe sie damals nur eine Zwei erhalten, obwohl sie sich im Unterricht stark engagiert habe und mehr erwartet hätte.

Mit dem Fach Biologie beginnt in Bayern heute für den ersten Jahrgang des neuen neunjährigen Gymnasiums (G9) die Abiturphase. Aus Sicht der Biochemikerin und früheren Direktorin am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen erfahren naturwissenschaftliche Fächer in Deutschland nicht die Anerkennung, die sie verdienen. Ihrer Meinung nach werde dieser Bereich gesellschaftlich seit Langem eher geringgeschätzt.

Kinder erkennen Autos, aber keine Pflanzen

Nüsslein-Volhard sieht darin eine tief verwurzelte Tradition. In Deutschland, so ihre Einschätzung, werde häufig mehr Wert auf geisteswissenschaftliche Fähigkeiten gelegt – etwa darauf, ob jemand Latein oder Griechisch beherrscht – während schwache Leistungen in Mathematik oft weniger ins Gewicht fielen.

Diese Haltung beginne schon im Kindesalter. Es gelte eher als beeindruckend, wenn Kinder verschiedene Automarken auseinanderhalten könnten. Dass sie die Pflanzen im eigenen Garten nicht benennen können, falle dagegen kaum auf.

Durch Forschung an der Taufliege weltbekannt

Die 1942 in Magdeburg geborene Wissenschaftlerin wurde vor allem durch ihre Arbeiten an der Taufliege Drosophila melanogaster berühmt. Gemeinsam mit zwei US-amerikanischen Entwicklungsbiologen entschlüsselte sie genetische Prozesse, die die frühe Embryonalentwicklung der Fliege steuern.

Für diese Erkenntnisse wurden die drei Forscher 1995 vom Nobelkomitee in Stockholm mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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