Betrügerisches Callcenter in Madrid zerschlagen
Deutsche und spanische Ermittler haben in Madrid ein mutmaßliches Callcenter für sogenannte Schockanrufe ausgehoben. Dabei wurden vier Verdächtige festgenommen, die nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberfranken nach Deutschland ausgeliefert werden sollen.
Den Ermittlungen zufolge war die Bande älteren Menschen in ganz Deutschland nachgestellt, um sie mit erfundenen Notlagen um Geld und Wertsachen zu bringen. Auf die Spur der Gruppe kamen die Fahnder durch umfassende Untersuchungen in einem früheren Verfahren.
Bei den Festgenommenen handelt es sich demnach um einen 37-Jährigen aus dem Raum Hamburg, seine 33 Jahre alte Ehefrau sowie zwei weitere Verdächtige im Alter von 23 und 30 Jahren. Sie sollen von einer eigens angemieteten Wohnung in der spanischen Hauptstadt aus über Wochen hinweg täglich zahlreiche Betrugsanrufe nach Deutschland geführt haben.
Täter gaben sich als Beamte oder Angehörige aus
Nach Angaben der Ermittler traten die Anrufer am Telefon als Polizisten, Staatsanwälte oder Verwandte auf. Den meist älteren Opfern wurde vorgetäuscht, ein Familienmitglied habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Um eine angebliche Haft zu verhindern, sollte dann eine hohe Kaution gezahlt werden.
Die Ermittler rechnen den Beschuldigten bislang 14 konkrete Fälle zu. In jedem dieser Fälle sollen jeweils rund 90.000 Euro verlangt worden sein. Zugleich gibt es Hinweise auf zahlreiche weitere Taten. So soll auch in Österreich ein Opfer auf die Masche hereingefallen sein und 39.000 Euro übergeben haben.
In vielen Fällen konnten Polizei und Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben verhindern, dass Bargeld, Gold oder andere Wertgegenstände an die Täter gelangten. In Frankfurt am Main wurden zudem zwei mutmaßliche Komplizen festgenommen, die 920 Gramm Gold entgegennehmen sollten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion