Politik

Bulgarien: Wahlallianz von Ex-Präsident Radew laut Wahlkommission deutlich vorn

Rumen Radew und seine Allianz gewinnen vorläufigen Ergebnissen zufolge die Neuwahl. Der frühere Kampfjet-Pilot erreicht auch die absolute Mehrheit im Parlament.

20.04.2026, 11:32 Uhr

Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Bulgarien hat das Bündnis des früheren Staatschefs Rumen Radew klar gewonnen. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission in Sofia, die auf 97,5 Prozent der ausgezählten Wahlprotokolle beruhen, kam Radews Formation Progressives Bulgarien (PB) am Sonntag auf 44,7 Prozent der Stimmen. Damit dürfte PB im neuen Parlament über eine absolute Mehrheit verfügen.

Mit großem Abstand folgen zwei prowestliche Parteien, die bereits in der Vergangenheit regiert hatten. Das konservative Bündnis Gerb-SDS, das bis zum Rücktritt der Koalitionsregierung im Dezember 2025 den Premier stellte, erreicht demnach nur noch 13,4 Prozent und damit sein bislang schwächstes Ergebnis. Auf Rang drei liegt der liberal-konservative Zusammenschluss PP-DB mit 12,8 Prozent. PP-DB hatte im Dezember zu Massenprotesten aufgerufen, die schließlich zum Rücktritt der damaligen Gerb-SDS-Regierung führten. Beide Kräfte hatten 2023 und 2024 gemeinsam regiert.

Fünf politische Lager im neuen Parlament

Auch die Partei der türkischen Minderheit, die DPS, übersprang mit rund 6,8 Prozent die Vier-Prozent-Hürde. Ihr prominenter Vertreter Deljan Peewski gilt als umstritten; gegen ihn bestehen Korruptionssanktionen aus den USA und Großbritannien.

Die nationalistische und prorussische Partei Wasraschdane (deutsch: Wiedergeburt) fiel den vorläufigen Zahlen zufolge deutlich zurück und kam nur noch auf 4,3 Prozent, nachdem sie 2024 noch 13,3 Prozent erreicht hatte. Ob die Partei nach Auswertung der Stimmen aus dem Ausland sicher im Parlament bleibt, war zunächst noch offen. Im Europaparlament gehört Wasraschdane derselben Parteienfamilie an wie die AfD.

Die Sozialistische Partei BSP, die aus der früheren kommunistischen Partei hervorgegangen ist, verpasste mit knapp 3 Prozent erstmals seit dem politischen Umbruch von 1989 den Einzug ins Parlament.

Rund 6,5 Millionen Menschen waren wahlberechtigt

Insgesamt waren etwa 6,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger zur Stimmabgabe aufgerufen. Derzeit wird Bulgarien von einer Übergangsregierung geführt. Radew, einst Kampfpilot, hatte sein Amt als Präsident im Januar niedergelegt, um selbst bei der Wahl anzutreten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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