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Transport des gestrandeten Wals noch nicht terminiert

Seit mehr als drei Tagen laufen die Vorbereitungen für den Transport des geschwächten Buckelwals zurück ins offene Meer. Heute könnte es voran gehen. Aber kann auch der Transport schon starten?

19.04.2026, 11:24 Uhr

Noch ist unklar, ob der vor Poel gestrandete Buckelwal bereits am Sonntag in Richtung offene See gebracht werden kann. Nach Angaben eines Mitglieds der privat organisierten Rettungsmission soll dem Tier zunächst die Plane gezeigt werden, die für den geplanten Transport benötigt wird. Erst danach könne eingeschätzt werden, wie der Wal darauf reagiert.

Am Vormittag berieten sich Helfer im Hafen von Kirchdorf erneut ausführlich mit Behörden und der DLRG. Die Initiative äußert sich seit mehreren Tagen nur sehr zurückhaltend zum genauen Ablauf. Nach eigener Darstellung soll so zusätzlicher Druck von außen vermieden werden. Deshalb gibt es bislang weder einen festen Zeitplan noch nähere Informationen zu den Arbeiten auf der vorgesehenen Plattform.

Der Wal lag am Vormittag nahezu regungslos in der flachen Bucht, in der das Wasser an seiner Position etwa bis zur Brust reicht. Früh am Morgen hatte das Tier noch etwas mehr Aktivität gezeigt und seine Schwanzflosse so bewegt, dass sie zeitweise über der Wasseroberfläche zu sehen war.

Zwischen dem Hafen Kirchdorf und dem Aufenthaltsort des Wals waren mehrere Boote der DLRG unterwegs. Sie dienen auch dem Schutz der Einsatzkräfte. Insgesamt sind nach Angaben vor Ort fünf DLRG-Boote, ein Jet-Ski und rund 20 Helfer im Einsatz.

Geldgeber setzen auf Mitwirkung des Tieres

Finanziert wird die Rettungsaktion von der Unternehmerin Karin Walter-Mommert und dem Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz. Gunz sagte der "Bild", dass am Sonntag damit begonnen werden solle, den Wal in die gewünschte Richtung zu lenken. Man hoffe sehr, dass das Tier weiterhin kooperiere und erkenne, dass ihm geholfen werden solle.

Bereits am Samstag hatte eine Tierärztin des Teams erklärt, dass der Buckelwal durchaus noch eine realistische Chance habe. Die Lage sei zwar kompliziert, sagte Veterinärin Janine Bahr-van Gemmert, die ein Robbenzentrum auf Föhr leitet, bei einer Pressekonferenz in Kirchdorf.

Tierärztin verteidigt Vorgehen des Teams

Kritische Stimmen aus Wissenschaft und Fachkreisen wies Bahr-van Gemmert zurück. Diese Menschen hätten den Wal nicht selbst vor Ort gesehen, betonte sie.

Zuvor waren Fachleute aus Wissenschaft, Behörden und Nichtregierungsorganisationen nach eingehender Prüfung zu dem Schluss gekommen, dass das Tier vor allem Ruhe brauche. Weitere Eingriffe könnten ihm schwere Schäden zufügen. Nach ihrer Einschätzung ist der Buckelwal desorientiert, stark geschwächt und in einem Zustand, in dem er die Rückkehr ins offene Meer wohl nicht schaffen würde.

Das Rettungsteam hält dennoch an seinem Kurs fest. Bahr-van Gemmert erklärte, man tue alles im Sinne des Wals. Helfer hatten unter anderem versucht, das Maul des Tieres zu untersuchen, um festzustellen, ob sich noch Reste eines Netzes in den Barten befinden. Das sei jedoch nicht gelungen. Zudem wurden erneut schützende Decken mit Zinksalbe auf die angegriffene Haut des geschwächten Tieres gelegt.

Bergung mithilfe von Pontons geplant

Die Aktion wird vom Umweltministerium beobachtet und eng mit den zuständigen Stellen abgestimmt. Vorgesehen ist, eine Plane unter den Wal zu führen, die zwischen schwimmenden Plattformen, sogenannten Pontons, befestigt ist. Auf diese Weise soll das Tier aus dem flachen Wasser geborgen und später in Richtung Nordsee transportiert werden.

Die Pontons sollen anschließend von einem Schlepper an einem langen Seil gezogen werden. Nach Messungen des Umweltministeriums ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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