Ob der vor Poel gestrandete Buckelwal bereits am Sonntag in Richtung offene See gebracht werden kann, ist weiterhin nicht entschieden. Nach Angaben eines Mitglieds der privat finanzierten Rettungsinitiative in Kirchdorf sollte dem Tier zunächst die Plane gezeigt werden, die für den Transport vorgesehen ist. Anschließend müsse beobachtet werden, wie der Wal darauf reagiert.
Am Sonntagvormittag pendelten immer wieder Boote der DLRG zwischen dem Hafen in Kirchdorf und dem Aufenthaltsort des Wals vor der Insel Poel. Sie sichern unter anderem die Einsatzkräfte ab. Insgesamt stehen fünf DLRG-Boote, ein Jet-Ski und rund 20 Helfer im Einsatz.
Zuvor hatten Vertreter des Rettungsteams im Hafen ausführlich mit Behörden und der DLRG beraten. Von der Initiative selbst gab es zunächst keine weiteren direkten Stellungnahmen.
Finanziers setzen auf die Mithilfe des Tieres
Die Rettungsaktion wird von der Unternehmerin Karin Walter-Mommert sowie von Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz bezahlt. Gunz erklärte gegenüber der "Bild", dass der Versuch, den Wal in die gewünschte Richtung zu lenken, am Sonntag starten solle. Man hoffe, dass das Tier weiterhin kooperiere und erkenne, dass ihm geholfen werden soll.
Das Umweltministerium begleitet den Einsatz, der eng mit den zuständigen Behörden abgestimmt ist. Vorgesehen ist, eine Plane unter den Wal zu bringen, die zwischen Pontons befestigt ist. So soll das Tier aus dem flachen Gewässer gehoben und später in Richtung Nordsee transportiert werden.
Die Pontons sollen von einem Schlepper an einem langen Seil gezogen werden. Nach Messungen des Umweltministeriums ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch.
Viele Experten halten eine Rückkehr aus eigener Kraft für ausgeschlossen
Nach eingehender Prüfung kamen Wissenschaftler, Behördenfachleute und Mitarbeitende von Nichtregierungsorganisationen zuletzt zu dem Schluss, dass der Wal vor allem Ruhe brauche. Weitere Eingriffe könnten dem Tier erhebliche Schäden zufügen. Nach ihrer Einschätzung ist der Buckelwal desorientiert sowie so geschwächt und verletzt, dass er den Weg zurück ins offene Meer nicht allein bewältigen würde.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion