Nach den tödlichen Schüssen in Kiew wird inzwischen nicht nur zur Tat selbst ermittelt, sondern auch zum Vorgehen der Polizei. Innenminister Ihor Klymenko kündigte ein dienstrechtliches Prüfverfahren an. Auf Telegram betonte er, dass der Anspruch, zu dienen und zu schützen, mehr sein müsse als nur ein Motto. Gerade in Momenten, in denen Menschenleben in Gefahr seien, komme es auf professionelles Handeln an. Auslöser der Kritik ist offenbar ein in sozialen Netzwerken verbreitetes Video.
In den Aufnahmen sind zwei Polizeibeamte neben einem kleinen Jungen zu sehen. Als die ersten Schüsse fallen, laufen die Polizisten jedoch davon und lassen das Kind zurück. Der Junge flieht wenig später ebenfalls und kann sich retten. Ein Mann, der sich direkt neben ihm befindet und ebenfalls vor den Schüssen wegrennt, wird in dem von Zeugen aufgenommenen Video getroffen.
Die Behörden stufen die Tat mit mindestens sechs Toten und mehr als einem Dutzend Verletzten als Terroranschlag ein. Ob politische Motive dahinterstehen oder ein unmittelbarer Zusammenhang mit der seit vier Jahren andauernden russischen Invasion besteht, ist bislang unklar. Der mutmaßliche Schütze wurde zwar in Moskau geboren, hatte aber seit langer Zeit die ukrainische Staatsbürgerschaft. Für die später verwendete Waffe besaß der 58-Jährige nach Behördenangaben eine gültige Genehmigung.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion