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Vor Paris: Bayern-Comeback macht heiß

Was für ein Statement! Mit einer furiosen Aufholjagd in Mainz sendet der FC Bayern ein deutliches Signal - und tankt kurz vor dem Champions-League-Halbfinale jede Menge Selbstvertrauen.

26.04.2026, 10:27 Uhr

Vincent Kompany war nach dem spektakulären 4:3 des FC Bayern in Mainz voll des Lobes für seine Mannschaft. Vor dem Halbfinal-Hinspiel in der Champions League bei Paris Saint-Germain schwärmte der Münchner Trainer vor allem von der Haltung seiner Spieler. Die Reaktion nach dem Abpfiff habe ihn begeistert: Seine Profis hätten gefeiert, als hätten sie gerade in einem Entscheidungsspiel den Klassenerhalt geschafft. Genau diese Einstellung liebe er.

Mit großer Zuversicht blickt Kompany nun auf das Duell mit dem französischen Titelverteidiger. Der Belgier betonte, dass ein Team sich den Glauben an besondere Momente über die gesamte Saison hinweg erarbeiten müsse. Wer am Ende auf ein Wunder hoffe, könne nicht erst dann anfangen, daran zu glauben. Ob am Schluss wirklich alle Titel herausspringen, sei offen – entscheidend sei aber, diese Überzeugung überhaupt zu besitzen.

Vereinsführung hebt Moral und Charakter hervor

Die Partie in Mainz war für Bayern auch historisch bemerkenswert. Erst zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte gelang es dem Rekordmeister, nach einem 0:3 zur Halbzeit noch zu gewinnen. Das war zuvor nur 1976 beim 6:5 gegen den VfL Bochum gelungen.

Sportvorstand Max Eberl sprach anschließend von einem enormen Schub mit Blick auf Paris. Ein solcher Sieg kurz vor einem so wichtigen Spiel könne kaum besseres Selbstvertrauen vermitteln. Für ihn war die Aufholjagd ein Beleg für die Entwicklung der vergangenen Monate – ein Erfolg, getragen von Moral und Charakter.

Auch Sportdirektor Christoph Freund zeigte sich beeindruckt. Gerade weil die erste Halbzeit schwach gewesen sei und Bayern deutlich zurückgelegen habe, sei die Reaktion danach umso bemerkenswerter gewesen. Teamgeist, Mentalität und Charakter der Mannschaft seien außergewöhnlich, sagte Freund. Das liefere zusätzliche Energie für die Champions League.

Eingewechselte Stars drehen die Partie

In den ersten 45 Minuten präsentierten sich die Münchner mit einer stark veränderten Startelf alles andere als meisterlich. Mainz nutzte das eiskalt aus und zog durch Tore von Dominik Kohr, Paul Nebel und Sheraldo Becker auf 3:0 davon.

Nach der Pause reagierte Kompany und brachte seine zunächst geschonten Leistungsträger. Die Maßnahme wirkte sofort. Nicolas Jackson, der nach Aussage von Eberl keine Zukunft in München haben soll, leitete die Wende ein. Anschließend trafen Michael Olise, Jamal Musiala und Harry Kane – und verwandelten einen scheinbar verlorenen Abend noch in einen Sieg. Damit verhinderte Bayern auch die zweite Bundesliga-Niederlage der Saison.

Freund erklärte, Kompany habe in der Kabine klar gefordert, dass sich die Mannschaft wie der FC Bayern präsentieren müsse. Besonders auffällig sei gewesen, dass das Team trotz bereits feststehender Meisterschaft weiterhin großen Hunger gezeigt habe. Das spreche für enorme Qualität und eine starke Mentalität.

Klare Ansage in der Pause

Offenbar fand Kompany in der Halbzeit die richtigen Worte. Harry Kane berichtete von einer deutlichen Ansprache des Trainers, wollte aber keine Details nennen. Leon Goretzka sagte, die Mannschaft habe in der Kabine ordentlich den Kopf gewaschen bekommen und sich danach wieder auf ihre Stärken besonnen. Der 4:3-Erfolg fühle sich deshalb am Ende sogar besser an als ein souveränes 3:0.

Mit Rückenwind nach Paris

Auch Kane zog viel Positives aus dem Comeback. Manchmal sei es vor einem großen Spiel sogar hilfreich, wenn so etwas passiere, weil die Mannschaft daraus lernen könne. Nach einem 0:3 zur Pause noch zurückzukommen, zeige die innere Stärke des Teams – und genau dieses Gefühl nehme man nun mit nach Paris.

Dort müsse Bayern allerdings von der ersten Minute an voll da sein, wenn der Traum vom Triple weiterleben solle. Kane warnte vor einem sehr starken Gegner mit enormer Qualität.

An zusätzlicher Motivation mangelt es in München dennoch nicht. Goretzka sprach von einem Aufeinandertreffen der derzeit besten Teams Europas. Entsprechend selbstbewusst reisen die Bayern nach Frankreich.

Musiala sagte nach dem "Wunder von Mainz", es sei ein sehr gutes Zeichen, dass die Mannschaft noch immer den Ehrgeiz habe, ein solches Spiel zu drehen und danach zu feiern, als wäre gerade die Meisterschaft entschieden worden. Genau dieses Gefühl und diese Mentalität brauche Bayern auch in den kommenden Wochen, wenn weitere Titel dazukommen sollen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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