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Rot für Kett: Bayerns Direktorin startet Zopf-Zoff

Der Platzverweis gegen Franziska Kett sorgt beim FC Bayern für mächtig Zündstoff. Doch damit nicht genug: Im Champions-League-Kracher gegen Barcelona soll die Schiedsrichterin Karten gezückt haben, als gäbe es kein Morgen.

26.04.2026, 05:33 Uhr

Bei den Fußballerinnen des FC Bayern hat der Platzverweis gegen Franziska Kett im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona eine grundsätzliche Diskussion ausgelöst. Nach dem 1:1 im Hinspiel stellte Sportdirektorin Bianca Rech die Frage, ob ähnliche Szenen im Frauenfußball differenzierter bewertet werden müssten.

Kett, die mit ihrem Treffer den Münchner Ausgleich erzielt hatte, war nach dem Abpfiff sichtlich mitgenommen. Die Außenverteidigerin wurde nach Spielende von ihren Mitspielerinnen getröstet. Auch die Rote Karte gegen Bayern-Coach José Barcala nach heftigen Protesten sorgte für zusätzlichen Wirbel.

Regeldiskussion nach Haar-Zupfer

Rech forderte eine grundsätzliche Debatte über die Bewertung solcher Situationen. Viele Spielerinnen trügen sehr lange Haare, teils bis zum Gesäß. Deshalb sei aus ihrer Sicht zu unterscheiden, ob jemand einer Gegnerin bewusst oben am Kopf an den Haaren reiße oder im Zweikampf unten am Zopf hängenbleibe, obwohl eigentlich das Trikot gemeint sei.

Deutlich widersprach ZDF-Expertin Kathrin Lehmann. Für sie war die Entscheidung von Schiedsrichterin Ivana Martincic richtig. Haareziehen sei "wie jemandem eine schmieren" und deshalb als klare Tätlichkeit zu werten.

Scharfe Kritik an der Schiedsrichterin

Rech, die für ihre Beschwerden selbst Gelb sah, sparte auch sonst nicht mit Kritik an der Unparteiischen. Aus ihrer Sicht habe Martincic die Kontrolle über die Partie verloren und "Karten verteilt wie Smarties". Wie viele Verwarnungen und Platzverweise es am Ende gegeben habe, sei aus ihrer Sicht nicht mehr angemessen gewesen.

Die umstrittene Szene in der Schlussphase

Die entscheidende Szene passierte in der 79. Minute. Zehn Minuten nach ihrem Tor zum 1:1-Endstand sah Kett die Rote Karte, weil sie die eingewechselte Salma Paralluelo an den Haaren gezupft hatte. Später wurde auch Trainer Barcala vom Feld geschickt.

Viele fühlten sich an die Rote Karte von DFB-Verteidigerin Kathrin Hendrich im EM-Viertelfinale gegen Frankreich im vergangenen Sommer erinnert. Pernille Harder nahm Kett anschließend in Schutz. Sie habe die Szene selbst nicht gesehen, sei aber sicher, dass ihre Mitspielerin niemals absichtlich an den Haaren einer Gegnerin ziehen würde.

Kett-Tor hält Finalhoffnung am Leben

Vor 31.000 Fans war Barcelona zunächst durch Ewa Pajor früh in Führung gegangen (8.). Kett gelang danach der wichtige Ausgleich, der den Münchnerinnen neue Hoffnung im Kampf um den Finaleinzug gab. Trotz der turbulenten Schlussphase bleibt die Ausgangslage vor dem Rückspiel ordentlich.

Der Glaube an das Finale in Oslo am 23. Mai lebt weiter, auch wenn Bayern in der Gruppenphase beim 1:7 gegen Barça bereits schmerzhaft seine Grenzen aufgezeigt bekam.

Rückspiel im Camp Nou: "Alles oder nichts"

Im Rückspiel am kommenden Sonntag um 16.30 Uhr im Camp Nou fehlen dem FC Bayern mit Kett und Barcala zwei wichtige Akteure gesperrt. Die Partie wird im ZDF und bei Disney+ übertragen.

Giulia Gwinn blickt dennoch entschlossen nach vorn. Nach dem Hinspiel gelte: "Alles auf null. Wir haben nichts zu verlieren." Die Verteidigerin betonte zudem, dass ihre Mannschaft gespürt habe, was möglich sei. Deshalb müsse Bayern in Barcelona mutig auftreten: kein bisschen verstecken, sondern Vollgas geben.

Für Gwinn wird es der erste Einsatz im legendären Camp Nou. Dort wartet erneut eine beeindruckende Kulisse: Schon im Viertelfinale gegen Real Madrid waren 60.000 Fans im Stadion. Für Bayern ist die Marschroute deshalb klar: alles oder nichts in Barcelona.

Triple-Chance für beide Teams

Sowohl Bayern als auch Barcelona können nach ihren Meisterschaften in der Liga weiterhin vom historischen Triple träumen. Trotz der schwierigen Ausgangslage forderte Barcala vor seiner Sperre, weiter an die eigene Chance zu glauben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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