Vincent Kompany will von einer vorgezogenen Meisterfeier nichts wissen. Vor der womöglich entscheidenden Partie in der Bundesliga machte der Bayern-Trainer deutlich, dass seine Mannschaft mit dem Jubel noch warten kann. Aus Sicht des Belgiers ist Geduld gefragt, denn für die Münchner geht es nicht nur um die praktisch schon sichere Meisterschaft, sondern auch noch um den DFB-Pokal und die Champions League.
Am Sonntagabend gegen den VfB Stuttgart ist die Ausgangslage klar: Nach der 1:2-Niederlage von Borussia Dortmund in Hoffenheim reicht dem FC Bayern bereits ein Remis, um den 35. Meistertitel auch rechnerisch perfekt zu machen. Bei zwölf Punkten Vorsprung und dem deutlich besseren Torverhältnis gilt das Titelrennen allerdings faktisch schon jetzt als entschieden.
Triple im Kopf statt früher Meisterparty
Kompany zeigte sich zufrieden darüber, dass innerhalb der Mannschaft ebenfalls nicht die mögliche Feier im Vordergrund steht. Vielmehr richte sich der Fokus direkt auf die kommenden Aufgaben. Schon kurz nach dem Stuttgart-Spiel wartet auswärts bei Bayer Leverkusen das Halbfinale im DFB-Pokal. Wenige Tage später folgt dann das Hinspiel im Champions-League-Halbfinale bei Paris Saint-Germain.
Der Bayern-Coach machte klar, dass am Saisonende natürlich gefeiert werden solle – nur eben nicht vorschnell. Wie groß die Erfolge am Ende ausfallen und wie oft es Grund zum Jubeln gibt, werde in den kommenden Wochen entschieden.
Kaum Angst vor harter UEFA-Strafe
Nach dem spektakulären 4:3 gegen Real Madrid gelten die Münchner in der Champions League als eines der formstärksten Teams. Entsprechend groß ist die Vorfreude auf das Duell mit Titelverteidiger PSG. Trotz der Vorfälle rund um das Real-Spiel rechnen die Bayern-Verantwortlichen offenbar nicht mit drastischen Sanktionen durch die UEFA. Sportdirektor Christoph Freund zeigte sich mit Blick auf die laufenden Ermittlungen gelassen. Eine Sperre der gesamten Südtribüne scheint aus Vereinssicht derzeit eher unwahrscheinlich.
Gnabry fällt länger aus
Sportlich lief bei den Bayern zuletzt vieles nach Wunsch – bis kurz vor dem Stuttgart-Spiel eine schlechte Nachricht bekannt wurde. Serge Gnabry hat sich einen Ausriss der Adduktoren am rechten Oberschenkel zugezogen und wird dem Club für längere Zeit fehlen. Eine genaue Ausfallzeit nannte der Verein nicht.
Damit droht der Offensivspieler in mehreren wichtigen Partien des Saisonendspurts zu fehlen. Auch seine Teilnahme an der Weltmeisterschaft könnte dadurch in Gefahr geraten. Neben Gnabry stehen den Münchnern außerdem Lennart Karl, Tom Bischof und Ersatztorwart Sven Ulreich nicht zur Verfügung.
Stuttgart als Bewährungsprobe für Reservisten
Angesichts der dichten Wochen dürfte Kompany gegen Stuttgart rotieren. Der Trainer kündigte an, den gesamten Kader nutzen zu wollen – auch, weil die Belastung dies notwendig mache. Gleichzeitig sieht er in solchen Spielen eine Chance für Akteure aus der zweiten Reihe.
Wer gegen den VfB zum Einsatz kommt, kann sich für die anstehenden Topspiele empfehlen. Nach Kompanys Vorstellung sollen genau diese Konkurrenzsituationen die Qualität der Mannschaft ausmachen: Spieler erhalten die Möglichkeit, sich für Halbfinals und ein mögliches Endspiel ins Blickfeld zu spielen und der Mannschaft auf dem Weg zu weiteren Titeln zu helfen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion