Borussia Dortmund hat im Titelrennen einen herben Rückschlag hinnehmen müssen und dem FC Bayern damit den Weg zur Meisterschaft fast freigemacht. Am 30. Bundesliga-Spieltag unterlag der letzte verbliebene Verfolger der Münchner bei der TSG Hoffenheim in letzter Sekunde mit 1:2. Matchwinner für die Gastgeber war Andrej Kramaric, der beide Tore per Handelfmeter nach Videobeweis erzielte.
Damit reicht den Bayern am Sonntag im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart bereits ein Remis, um die 35. Meisterschaft der Vereinsgeschichte perfekt zu machen. Kramaric traf vor 30.150 Zuschauern in der 42. Minute und tief in der Nachspielzeit. Den zwischenzeitlichen Ausgleich für den BVB besorgte Joker Serhou Guirassy in der 87. Minute.
Süle erst unglücklich, dann verletzt raus
Hoffenheim wäre beinahe ein Blitzstart gelungen: Schon nach wenigen Sekunden zog Fisnik Asllani aus spitzem Winkel ab, doch Niklas Süle klärte zur Ecke. Der Abwehrspieler stand nach längerer Pause erstmals wieder in der Dortmunder Anfangsformation, wurde am Ende aber zur unglücklichen Figur des Abends.
Kurz vor der Pause blieb Süle bei einer Defensivaktion im Rasen hängen, ging zu Boden und verletzte sich offenbar am Knie. Zusätzlich sprang ihm bei einem Schuss von Kramaric der Ball im Strafraum an den Arm. Nach Einschalten des Videoassistenten entschied Schiedsrichter Daniel Siebert auf Strafstoß.
Kramaric trifft vom Punkt
Kramaric verwandelte sicher und beendete damit zugleich seine kleine Torflaute, nachdem er in den sechs Spielen zuvor leer ausgegangen war. Insgesamt war es sein elfter Saisontreffer.
Die Pausenführung für Hoffenheim war verdient. Die Gastgeber agierten aggressiv im Pressing, hatten mehr vom Spiel und die klareren Chancen. Tim Lemperle traf früh die Latte, zudem musste Gregor Kobel gegen Kramaric stark parieren.
Vom BVB kam offensiv zunächst kaum etwas. Ein Kopfball von Maximilian Beier war noch die beste Gelegenheit einer insgesamt schwachen ersten Halbzeit der Gäste. Die Statistik sprach deutlich für Hoffenheim, das wesentlich häufiger zum Abschluss kam.
Guirassy bringt Dortmund kurz zurück
Zur zweiten Halbzeit verzichtete BVB-Coach Niko Kovac zunächst auf größere Umstellungen. Nach Süles verletzungsbedingtem Aus kam lediglich Rami Bensebaini neu ins Spiel. In der Abwehr wurde daraufhin umgebaut: Waldemar Anton rückte nach rechts, Nico Schlotterbeck übernahm die zentrale Position.
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich Dortmund zwar engagierter, blieb im Angriff aber lange zu harmlos. Nach rund einer Stunde brachte Kovac schließlich Serhou Guirassy für Fábio Silva.
Später erhielten auch Samuele Inacio und der erst 16 Jahre alte Mathis Albert Spielzeit. Für Albert war es das Debüt in der Bundesliga. Zuvor hatte Daniel Svensson noch eine große Möglichkeit vergeben, als Ozan Kabak im letzten Moment klärte.
Später Nackenschlag in der Nachspielzeit
In der Schlussphase erhöhte Dortmund den Druck, fand gegen diszipliniert verteidigende Hoffenheimer jedoch nur selten Lösungen. Dann gelang Guirassy doch noch der Ausgleich: Aus rund 17 Metern schob er den Ball flach ins linke Eck und ließ Oliver Baumann keine Chance.
Doch der Punktgewinn hielt nicht. In der Nachspielzeit berührte Julian Ryerson den Ball im Strafraum mit der Hand. Wieder griff der Videoassistent ein, erneut zeigte Siebert auf den Punkt. Kramaric übernahm Verantwortung und verwandelte auch den zweiten Elfmeter.
Während Dortmund damit im Kampf um die Meisterschaft entscheidend patzte, darf Hoffenheim weiter auf einen Platz in der Champions League hoffen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion