Das Landratsamt Roth hat eine digitale „Bürgerwabe“ präsentiert, über die Bürgerinnen und Bürger künftig Anträge wie etwa auf Wohngeld komplett online abwickeln können. Nach Angaben der Behörde handelt es sich um das erste System dieser Art in Deutschland. In der Wabe wird die Identität der antragstellenden Person mithilfe einer Kamera sowie eines Ausweis-Scans geprüft. Anschließend begleitet eine Software die Nutzer Schritt für Schritt durch den Antrag und unterstützt bei Bedarf beim Ausfüllen. Das teilten der Landkreis und das bayerische Digitalministerium gemeinsam mit.
Landrat Ben Schwarz (SPD) erklärte, dass eine KI beim Ausfüllen der Formulare helfe, Fragen beantworte und darauf achte, dass alle erforderlichen Angaben vollständig gemacht werden. Zugleich sorge der Abgleich zwischen Ausweisdaten und Kamerabild für ein hohes Maß an Sicherheit. Über einen Dokumentenscanner können außerdem mitgebrachte Unterlagen wie Mietverträge direkt digital erfasst werden.
Pilotprojekt mit Vorbildcharakter
Die „Bürgerwabe“ in Roth ist zunächst als Testprojekt vorgesehen und soll später auch in anderen Behörden eingesetzt werden. Hintergrund ist der absehbare Personalmangel in der öffentlichen Verwaltung. Bayerns Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) verwies darauf, dass Deutschland und Bayern in den kommenden Jahren mit weniger Beschäftigten in den Ämtern auskommen müssten.
Er betonte, dass mit dem Eintritt vieler Babyboomer in den Ruhestand zahlreiche Arbeitskräfte wegfallen. Um die Verwaltung dennoch leistungsfähig zu halten, müssten Behörden stärker automatisiert, möglichst unbürokratisch und vollständig digital aufgestellt werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion