Alexander Zverev ist beim ATP-Turnier in München nur noch zwei Erfolge von einem historischen Triumph entfernt. Nach seinem Viertelfinalsieg blickte Deutschlands bester Tennisspieler bereits vorsichtig voraus: "Ich hoffe, dass ich am Sonntag hier wieder mit dem Pokal stehe", sagte der 28-Jährige nach dem Einzug in die Vorschlussrunde auf dem Center Court. Bei frühlingshaften Temperaturen feierten ihn die Zuschauer begeistert.
Der Weltranglistendritte setzte sich gegen den Argentinier Francisco Cerundolo mit 5:7, 6:0, 6:2 durch und wahrte damit seine Chance, den Titel auf der Münchner Sandplatzanlage zu verteidigen. Zverev zeigte sich mit seiner Leistung zufrieden: "Ich habe wirklich gut gespielt." Mit einem weiteren Turniersieg wäre er alleiniger Rekordsieger der BMW Open.
Trotz eines zwischenzeitlichen Einbruchs im ersten Satz kämpfte sich Zverev eindrucksvoll zurück. Über seinen Gegner sagte er: "Er hat unglaublich retourniert." Im Halbfinale trifft der Topgesetzte nun am Samstag auf den Italiener Flavio Cobolli.
Führung im ersten Satz verspielt
Vor rund 6.500 Fans schien Zverev zunächst klar auf Kurs. Nach einem umkämpften Auftaktsieg im Turnier und einem souveränen Erfolg im Achtelfinale startete er auch gegen Cerundolo stark. Mit druckvollen Grundschlägen und mutigen Aktionen bestimmte er anfangs das Geschehen.
Beim Stand von 4:1 und mit zwei Breaks Vorsprung wirkte der Satzgewinn schon fast sicher. Doch dann verlor der Olympiasieger von 2021 seinen Rhythmus und musste den Durchgang noch abgeben. Mehrfach schaute Zverev ratlos in Richtung seiner Box, in der wie gewohnt sein Vater und Trainer Alexander senior sowie sein Bruder Mischa saßen.
Deutliche Reaktion im zweiten Durchgang
Im Rückblick bewertete Zverev diese schwierige Phase gelassen. Cerundolo habe in dieser Zeit außergewöhnlich gespielt: "Er hat fast jeden Return einen Meter vor die Grundlinie gesetzt, sodass er selbst sofort Druck machen konnte." Nervös sei er aber nicht geworden. Zverev war überzeugt, dass sich das Match drehen lasse, wenn er sein Niveau halte und seine Chancen konsequenter nutze.
Genau das gelang ihm eindrucksvoll. Im zweiten Satz dominierte der Favorit nach Belieben und holte sich den Durchgang in nur 30 Minuten ohne Spielverlust. Den Schwung nahm er mit in den entscheidenden dritten Satz, in dem er sich schließlich den Sieg sicherte.
Zverev bestätigt damit seine starke Frühform in dieser Saison. Nach den Australian Open sowie den Masters-1000-Turnieren in Indian Wells, Miami und Monte-Carlo steht er erneut in einem Halbfinale. Außerdem beendete er gegen Cerundolo eine kleine Negativserie: Im vierten Sandplatzduell mit dem Argentinier gelang ihm erstmals ein Sieg.
Cobolli wartet im Halbfinale
Im Kampf um den Finaleinzug trifft Zverev nun auf Davis-Cup-Sieger Flavio Cobolli. Der Italiener, aktuell die Nummer 16 der Welt und Hamburg-Champion von 2025, erreichte das Halbfinale mit einem ungefährdeten 6:3, 6:2 gegen den Tschechen Vit Kopriva.