Der Prozess gegen sechs junge Männer, die nach einem AfD-Landesparteitag 2024 in Greding rassistische Parolen gerufen haben sollen, ist vor dem Jugendrichter am Amtsgericht Schwabach nur zäh angelaufen. Ursache waren zahlreiche Anträge der Verteidigung, die das Verfahren über Stunden verzögerten.
Unter den Verteidigern befinden sich mehrere Juristen, die bereits früher Mandanten aus dem rechtsextremen Spektrum vertreten haben. Teilweise sollen sie auch selbst Bezüge zur rechten Szene gehabt haben.
Das Verfahren gegen einen der Beschuldigten wurde zunächst abgetrennt. Vor einer weiteren Verhandlung soll erst sein psychischer Zustand durch ein Gutachten geprüft werden.
Lied mit rechtsextremem Text
Nach Einschätzung der Ermittler sollen sich die Angeklagten nach dem Besuch des AfD-Parteitags in einer Diskothek in Greding danebenbenommen haben. Einem der Männer wird vorgeworfen, dort spät am Abend den Hitlergruß gezeigt zu haben.
Fünf weitere sollen eine umgedichtete Fassung des Liedes „L’Amour Toujours“ von Gigi D’Agostino gesungen haben. Dabei soll der Refrain „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!“ angestimmt worden sein, der in rechtsextremen Kreisen verbreitet ist.
Die Staatsanwaltschaft hatte gegen die sechs Beschuldigten Strafbefehle mit Geldstrafen von bis zu 6.000 Euro beantragt. Diese akzeptierten die Betroffenen jedoch nicht. Einer der Verteidiger erklärte, sein damals 19-jähriger Mandant könnte von der Stimmung in der Gruppe mitgerissen worden sein. Möglicherweise sei das Lied in Feierlaune gesungen worden, eventuell habe auch Alkohol eine Rolle gespielt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion