Eine Dönerkette aus Bielefeld legt sich im Streit um Markenrechte mit dem US-Konzern Kentucky Fried Chicken (KFC) an. Das Unternehmen von Gründer Sergen Kolcu heißt Krispy Kebab – genau so wie das Hähnchen-Gericht, das KFC seit Kurzem anbietet.
Kolcu wirft dem Fast-Food-Unternehmen vor, seine Marke übernommen zu haben. Gegenüber der dpa sagte der 29-Jährige, KFC nutze einen Namen, den er seit fast zehn Jahren aufgebaut habe. Nach seiner Darstellung habe der Konzern gewusst, dass es seine Firma gibt, und das Produkt trotzdem auf den Markt gebracht. Zuvor hatte die „Bild“ über den Fall berichtet.
Besonders auffällig sei aus seiner Sicht die Schreibweise mit K statt C. Bei ähnlichen Produkten verwende KFC sonst den Begriff „Crispy“. Deshalb habe er das Unternehmen aufgefordert, die Bezeichnung nicht weiter zu nutzen. Sollte das nicht geschehen, wolle er klagen. Nach eigenen Angaben ist „Krispy Kebab“ markenrechtlich geschützt.
Zusätzlichen Ärger verursacht ein Werbevideo von KFC, in dem der neue Döner mit Anspielungen auf den Prinzen-Song „Alles nur geklaut“ präsentiert wird. Darin heißt es sinngemäß, Kebab gebe es schon lange und nun endlich auch bei KFC. Für Kolcu ist das besonders brisant, weil er überzeugt ist, dass der Name seines Produkts tatsächlich übernommen wurde.
KFC weist die Vorwürfe zurück
KFC Deutschland bestreitet einen bewussten Markenklau. Der Produktname sei im Rahmen einer internationalen Entwicklung entstanden und werde in vielen europäischen Märkten genutzt. Man habe keinen „vermeintlich frechen Klau“ im Sinn gehabt. Zugleich erklärte das Unternehmen mit einem Wortspiel, man wolle keinen „Beef“ – der Fokus liege schließlich auf Chicken.
Kolcu gründete Krispy Kebab im Jahr 2017. Das Unternehmen betreibt zwei eigene Läden in Bielefeld, dazu kommen 15 weitere Standorte von Franchisepartnern. Nach seinen Angaben haben diese Partner für die Nutzung des Markennamens bezahlt und verfügen über Gebietsschutz. Den Namen habe er bereits vor neun Jahren schützen lassen, damit ihn niemand nachahmen oder übernehmen könne.
Nach Darstellung des Unternehmers sorgt die ähnliche Bezeichnung bereits für Verwirrung bei Kundinnen und Kunden. Manche glaubten, KFC biete dasselbe Produkt an wie seine Dönerkette oder es gebe eine Zusammenarbeit zwischen beiden Firmen. Kolcu befürchtet deshalb auch Umsatzverluste, weil Kundschaft aus Versehen bei KFC landen könnte.
Grundsätzlich schließt er eine Kooperation mit KFC aber nicht aus. Vorstellbar sei etwa ein gemeinsames Produkt, zum Beispiel „mit einer Soße von uns oder so“.
Ein erstes Gespräch zwischen beiden Seiten brachte nach Kolcus Angaben am Montag keine Einigung. Er sagte zudem, KFC habe versucht, sein Unternehmen mit Gutscheinen abzuspeisen. Einen gemeinsamen Nenner gebe es bislang nicht. Von KFC hieß es dazu lediglich: „Mal schauen, was hier noch gemeinsam möglich ist.“
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion
Änderungsverlauf
- Neu präzisiert wurde Kolcus Vorwurf, KFC nutze einen Namen, den er nach eigener Aussage seit fast zehn Jahren als Marke aufgebaut habe.
- Ergänzt wurde die Passage zum Werbevideo: Laut dpa wird der KFC-Döner dort mit dem Prinzen-Song „Alles nur geklaut“ und einer Textzeile zu Kebab bei KFC vorgestellt.
- Die KFC-Stellungnahme wurde auf den neuesten Stand gebracht, einschließlich der Formulierung vom „vermeintlich frechen Klau“ und dem Hinweis auf eine internationale Produktentwicklung.
- Aktualisiert wurde die Darstellung zu den Markenrechten: Kolcu betont nun ausdrücklich, er habe den Namen vor neun Jahren schützen lassen, um Nachahmer zu verhindern.
- Das Ergebnis des ersten Gesprächs wurde konkretisiert: Laut Kolcu gab es keine Einigung, zudem habe KFC versucht, die Sache mit Gutscheinen zu lösen; KFC erklärte nur, man werde sehen, was gemeinsam möglich sei.