Berlin

Etas historischer Einstand endet mit Niederlage – Wolfsburg lebt im Abstiegskampf wieder

Marie-Louise Eta rückt Union Berlin ins Rampenlicht des europäischen Fußballs. Doch ihre Premiere gegen Wolfsburg geht schief. Ist es für Dieter Hecking und den VfL der Start einer Aufholjagd?

18.04.2026, 17:31 Uhr

Marie-Louise Eta hat den Negativlauf des 1. FC Union Berlin bei ihrem historischen Debüt nicht beenden können. Die 34-Jährige stand als erste Cheftrainerin in der Bundesliga der Männer an der Seitenlinie, musste beim 1:2 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg jedoch eine Niederlage hinnehmen. Für die Gäste war es zugleich der erste Erfolg unter Dieter Hecking – und ein wichtiges Signal im Kampf um den Klassenerhalt.

Patrick Wimmer brachte Wolfsburg in der 11. Minute mit einem sehenswerten Treffer in Führung. Direkt nach dem Seitenwechsel legte Dzenan Pejcinovic (46.) nach. Union erspielte sich zwar zahlreiche Möglichkeiten, kam aber erst spät durch Oliver Burke (86.) zum Anschlusstreffer. In der Alten Försterei wurde Eta von einem Großteil der 22.012 Zuschauer als „Fußballgöttin“ empfangen.

Trotz der Niederlage bleibt die Lage für Union bei noch vier ausstehenden Spielen vergleichsweise komfortabel. Der Vorsprung auf den Relegationsrang beträgt weiterhin sechs Punkte, sodass vieles auf eine achte Bundesliga-Saison der Köpenicker hindeutet. Dennoch war die Pleite nach dem Rückschlag gegen Schlusslicht Heidenheim ein weiterer Dämpfer. Wolfsburg wiederum verkürzte den Abstand auf Platz 16 auf zwei Zähler.

Union plötzlich im internationalen Fokus

Durch Etas Beförderung rückte Union Berlin weit über den sportlichen Rahmen hinaus in den Blickpunkt. Die gesellschaftliche Bedeutung ihrer neuen Rolle sorgte auch international für Aufmerksamkeit. Entsprechend groß war das Interesse beim ersten Training und bei ihrer Premiere vor den Medien – so groß wie selten zuvor bei den Berlinern.

Wolfsburg konnte sich derweil deutlich ruhiger auf das richtungsweisende Duell im Tabellenkeller vorbereiten. Hecking hatte vor der Partie betont, dass Rang 16 das realistische und erreichbare Ziel sei.

Wimmer trifft traumhaft zur Führung

In der Anfangsphase setzte vor allem Wimmer die Akzente. Der Österreicher nutzte die Freiräume im Mittelfeld, zog fast ungehindert bis an den Strafraum und setzte den Ball mit dem Außenrist präzise ins Eck. Der frühe Rückstand rüttelte Union auf, doch Ilyas Ansah ließ kurz darauf zwei sehr gute Gelegenheiten ungenutzt.

Danach neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend. Die Torhüter Frederik Rönnow auf Berliner Seite und Kamil Grabara im Wolfsburger Tor mussten bis zur Pause nur selten eingreifen. Eta war an der Seitenlinie sehr präsent und dirigierte ihr Team lautstark.

Wolfsburg erneut aus der Distanz erfolgreich

Kaum hatte die zweite Halbzeit begonnen, erhöhte der VfL. Wieder bot sich den Gästen im Mittelfeld zu viel Raum: Pejcinovic trieb den Ball nach vorne und traf wie zuvor Wimmer mit einem Schuss aus der Distanz.

Im weiteren Verlauf geriet Wolfsburg, das abgesehen von den beiden Toren nur wenig offensive Durchschlagskraft zeigte, zunehmend unter Druck. Union vergab jedoch weiter gute Chancen. Erst Burke brachte die Gastgeber kurz vor Schluss noch heran. In der Nachspielzeit boten sich den Berlinern sogar weitere große Möglichkeiten, doch der Ausgleich fiel nicht mehr.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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