Das überwiegend trockene und milde Wetter lockt derzeit viele Menschen in Bayern nach draußen. Gleichzeitig steigt in zahlreichen Regionen die Waldbrandgefahr deutlich an. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wird für Donnerstag mancherorts sogar die höchste Warnstufe 5 erwartet, etwa in Lohr am Main in Unterfranken. Dort gilt seit Montag ein Verbot für offenes Feuer im Stadtgebiet, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Davon betroffen sind auch Grablichter.
In Niederbayern reagiert die Bezirksregierung mit zusätzlichen Kontrollmaßnahmen: Von Dienstag bis Freitag sind insgesamt sechs Beobachtungsflüge geplant. Ziel ist es, mögliche Waldbrände möglichst früh zu entdecken – vor allem in den besonders kritischen Nachmittagsstunden. Die Maschinen starten von mehreren Standorten in der Region, darunter Vilshofen im Landkreis Passau und Ellermühle im Landkreis Landshut.
Auch in Oberbayern und Schwaben wurden nach Angaben der zuständigen Regierungen inzwischen Beobachtungsflüge angeordnet. In Oberfranken hält die Bezirksregierung Luftbeobachtungen gegen Ende der Woche ebenfalls für wahrscheinlich, falls die Wetterlage so bleibt.
Bereits erste Brände in Passau und Ansbach
Wie angespannt die Lage bereits ist, zeigen erste Einsätze: Im Landkreis Passau brannte am Montagabend nach Polizeiangaben ein abgelegener Forst bei Ortenburg. Die Feuerwehr konnte das Feuer schnell eindämmen, betroffen war eine Fläche von etwa der Größe eines Fußballfeldes. Der entstandene Schaden wird nach ersten Erkenntnissen auf einen unteren fünfstelligen Betrag geschätzt.
Die Polizei ermittelt und erinnert an wichtige Vorsichtsregeln in der trockenen Jahreszeit: Im Wald gilt Rauchverbot, offenes Feuer ist tabu, und Müll wie Glasscherben sollte keinesfalls zurückgelassen werden.
Auch im mittelfränkischen Ansbach kam es zu einem Waldbrand. Dort standen rund 5.000 Quadratmeter Wald in Flammen. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen.
Viel Sonne und Temperaturen über 20 Grad
Laut Waldbrand-Gefahrenindex soll die höchste Gefahrenstufe am Donnerstag an mehreren Orten im Freistaat erreicht werden. In Oberbayern betrifft das beispielsweise Eichstätt, Trostberg und Amerang. In Schwaben werden Harburg, Günzburg und Lechfeld genannt, in Niederbayern Saldenburg.
Hintergrund ist vor allem der anhaltende Regenmangel in vielen Teilen Bayerns. Der DWD erwartet in den kommenden Tagen besonders im Norden des Freistaats viel Sonnenschein und Höchsttemperaturen von mehr als 20 Grad. Im Süden sind lediglich in den Alpen Regen und einzelne Gewitter möglich. Abseits davon dominiert auch dort meist freundliches Wetter, und örtlich wird erneut die 20-Grad-Marke erreicht.
Wer das Frühlingswetter zum Grillen nutzen möchte, sollte deshalb besonders vorsichtig sein.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion