Die Nachfrage nach staatlicher Unterstützung für den Umbau der Tierhaltung in Bayern bleibt hoch. Wie die Staatskanzlei mitteilte, sind von den in diesem Jahr bereitstehenden 75 Millionen Euro bereits 65 Millionen Euro gebunden. Insgesamt wurden 290 Projekte eingereicht. Schon im Vorjahr war das Förderprogramm mit 382 Anträgen deutlich überzeichnet.
Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) erklärte, dass in Bayern in den vergangenen fünf Jahren rechnerisch jeden Tag ein neuer Stall für mehr Tierwohl entstanden sei. Das zeige, dass der Ausbau in diesem Bereich mit großem Tempo vorangehe.
Zuschüsse sollen Nutztierhalter entlasten
Das Programm richtet sich an landwirtschaftliche Betriebe, die in eine tiergerechtere Haltung von Schweinen und Rindern investieren möchten. Nach Angaben Herrmanns übernimmt der Freistaat bei Stallbauprojekten jeweils 25 Prozent der Kosten. Künftig soll die Förderung auch auf weitere Tierarten ausgeweitet werden.
Seit Jahren sinkt in Bayern die Zahl der gehaltenen Nutztiere. Mit den Zuschüssen will die Staatsregierung nach eigenen Angaben die Situation der Landwirte verbessern und dem fortschreitenden Strukturwandel im ländlichen Raum entgegenwirken.
Zusätzlich zum Investitionsprogramm erhalten tierhaltende Betriebe auch laufende Prämien. Für das Jahr 2025 wurden den Angaben zufolge für rund 200.000 Tiere Förderprämien in Höhe von 15,6 Millionen Euro beantragt.
Bayern verlangt verlässliche Regeln vom Bund
Für den weiteren Umbau der Tierhaltung seien aus Sicht der Staatsregierung klare und verlässliche Vorgaben auf Bundesebene notwendig. Bayern fordert daher eine ausreichende Finanzierung der Programme, weniger bürokratische Hürden bei Genehmigungen und langfristige Planungssicherheit für Investitionen.
Zugleich drängt der Freistaat auf eine praxisnahe Ausgestaltung oder eine grundlegende Überarbeitung bestehender Vorschriften, darunter auch das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion