Berlin

Historischer Auftritt: Internationale Medien feiern Marie-Louise Eta bei Union Berlin

Marie-Louise Eta im Blitzlichtgewitter: Wie ihre historische Premiere bei Union Berlin für weltweite Schlagzeilen sorgt und was die 34-Jährige nach dem misslungenen Debüt zum Hype um ihre Person sagt.

19.04.2026, 08:34 Uhr

Schon vor dem Anpfiff stand Marie-Louise Eta weltweit im Fokus. Sogar die argentinische Sportzeitung Olé rückte die neue Union-Trainerin kurzfristig auf ihre Startseite und verdrängte damit sogar die Vorschau auf den Superclásico zwischen Boca Juniors und River Plate. Die spanische AS veröffentlichte eigens ein Video über die 34-Jährige, die als erste Cheftrainerin in der Geschichte der Männer-Bundesliga ein Team betreute. Entsprechend groß war das internationale Interesse an ihrem Debüt beim 1. FC Union Berlin – auch wenn dieses mit einer 1:2-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg endete.

Die spanische Marca beschrieb die Szene im Stadion An der Alten Försterei als besonderen Moment: Als Eta aus dem Spielertunnel trat, sei sie mit lautem Jubel empfangen worden. Nahezu alle Kameras und Objektive hätten sich auf sie gerichtet. Für viele Beobachter war klar: Hier wurde Fußballgeschichte geschrieben.

Bereits vor dem Spiel bot sich ein ungewöhnliches Bild. Eta lief zunächst für ein Interview zu einem Fernsehsender an den Spielfeldrand, dicht gefolgt von einer Traube an Fotografen. Wenig später wiederholte sich die Szene auf der anderen Seite des Platzes. Olé sprach davon, dass sie im Mittelpunkt gestanden und sämtliche Blicke auf sich gezogen habe – eine "echte Revolution".

Eta bleibt trotz großer Aufmerksamkeit sachlich

Dass Union auch unter Eta die Negativserie nicht beenden konnte und der Vorsprung auf Relegationsrang 16 inzwischen nur noch sechs Punkte beträgt, spielte in der internationalen Berichterstattung eher eine Nebenrolle. Die Nachfolgerin von Steffen Baumgart, die das Männer-Profiteam bis zum Saisonende betreut, versuchte selbst, die Aufmerksamkeit von ihrer Person wegzulenken.

"Wir sind natürlich enttäuscht. Es geht um Fußball, es geht nicht um mich."

Die in Dresden geborene Trainerin betonte zwar, dass ihr die gesellschaftliche Bedeutung ihrer Beförderung bewusst sei. Entscheidend sei für sie aber etwas anderes: Spiele zu gewinnen. Von den Union-Anhängern wurde sie dennoch mit dem Ruf als "Fußballgöttin" empfangen.

Sportlich zeigte Union eine engagierte Vorstellung und gehörte offensiv zu den auffälligsten Auftritten der vergangenen Monate. Die Berliner erspielten sich zahlreiche hochkarätige Chancen, konnten aber erst spät durch Oliver Burke verkürzen. Wolfsburg nahm dank sehenswerter Treffer von Patrick Wimmer und Dzenan Pejcinovic drei wichtige Punkte mit und schöpft im Abstiegskampf neue Hoffnung. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt nur noch zwei Zähler.

Spieler sehen vor allem die Leistung

Innerhalb der Berliner Mannschaft überwog nach dem Spiel die Einschätzung, dass der Auftritt besser war als das Resultat. Christopher Trimmel sprach von frischer Energie nach dem Trainerwechsel. Wenn ein Team 26 Abschlüsse habe, mache es vieles richtig, meinte der Österreicher und lobte die Art und Weise des Auftritts.

Für Stürmer Ilyas Ansah spielt es derweil keine Rolle, ob das Team von einem Mann oder einer Frau trainiert wird.

"Marie-Louise Eta ist meine Trainerin und davor hatte ich einen Trainer. Mir ist relativ egal, ob das ein Mann oder eine Frau ist. Das ändert nichts an meiner Herangehensweise."

Ansah zeigte sich nach dem Spiel unzufrieden mit sich selbst, nachdem er zuvor mehrere gute Möglichkeiten vergeben hatte.

Auch Derrick Köhn hob das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainerin hervor. Die Chemie stimme, man habe schnell zueinander gefunden und fühle sich wohl mit ihr. Nun richte sich der Blick auf die nächste Aufgabe gegen Leipzig – dort wolle das Team seiner neuen Coach ein Erfolgserlebnis schenken.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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