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Rettungseinsatz für gestrandeten Buckelwal vor Poel geht weiter

An Tag 3 des Rettungsversuchs einer privaten Initiative für den Buckelwal vor Poel herrscht reger Betrieb auf und vor der Insel. Detaillierte Infos sind aber rar. Wie weit kommt die Aktion heute?

18.04.2026, 10:55 Uhr

Am dritten Tag des privat initiierten Rettungseinsatzes für den vor Poel festsitzenden Buckelwal laufen die Vorbereitungen an Land und auf dem Wasser weiter. Am Samstagmorgen fuhren Arbeiter immer wieder zwischen dem Hafen in Kirchdorf und einer Arbeitsplattform auf See hin und her. Dabei brachten sie unter anderem Tauchausrüstung in das Einsatzgebiet.

Auch Behörden verschafften sich vor Ort einen Überblick: Mitarbeiter fuhren am Morgen mit Ferngläsern auf einem Polizeiboot in die Nähe des Wals, um die Aktion zu verfolgen. Nach Angaben eines Sprechers der Wasserschutzpolizei blieb das Boot zunächst in größerem Abstand vor Anker. Falls nötig, könne man mit einem mitgeführten Schlauchboot näher an das Tier heranfahren.

Der Wal liegt weiterhin vor der Insel Poel.

Am Vormittag wirkte der Buckelwal in der Bucht vergleichsweise ruhig. In regelmäßigen Abständen war sein Atem an den aufsteigenden Wasserfontänen zu erkennen. Tags zuvor hatte das Tier zeitweise heftig mit Schwanz- und Brustflossen geschlagen und sich leicht gedreht.

DLRG bringt ebenfalls Boote ins Wasser

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) war bereits am Freitagabend mit mehreren Kräften nach Kirchdorf gekommen, um bei Bedarf zu unterstützen. Nähere Angaben dazu machte ein Mitglied zunächst nicht. Am Samstagvormittag begann die Organisation damit, Schlauchboote zu Wasser zu lassen.

Die private Initiative, die den Rettungsversuch organisiert, äußert sich bisher nur zurückhaltend. Die beteiligte Kleintierärztin und Leiterin eines Robbenzentrums auf Föhr, Janine Bahr-van Gemmert, verwies wiederholt auf eine geplante Stellungnahme für die Presse. Wann und in welcher Form diese erfolgen soll, blieb offen.

Nach früheren Informationen war vorgesehen, zunächst den Schlick rund um den Wal wegzuspülen. Anschließend sollte das Tier mithilfe von Luftkissen angehoben werden. Danach sollte eine zwischen Pontons befestigte Plane unter den Wal geführt werden, um ihn weiter anzuheben.

Experten bezweifeln Rückkehr ins offene Meer

Wissenschaftler, Fachleute von Behörden und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen hatten sich nach eingehender Prüfung zuletzt einig gezeigt, dass der Wal vor allem Ruhe brauche. Weitere Eingriffe könnten dem geschwächten Tier schwere Schäden zufügen. Nach ihrer Einschätzung ist der Buckelwal orientierungslos und so stark beeinträchtigt, dass er eine Rückkehr in sein eigentliches Lebensgebiet nicht schaffen würde.

Im Hafen von Kirchdorf waren am Samstagmorgen zunächst nur wenige Schaulustige. Einer von ihnen war Ali T. aus Hannover. Der 38-Jährige sagte, er habe die Berichte im Fernsehen gesehen und finde die Situation außergewöhnlich. Nach eigenen Angaben war er bereits in der Nacht zum Freitag angereist und habe mit seinem Elektroauto inklusive Ladestopps rund fünf Stunden gebraucht.

Ali aus Hannover sagt, dass er zuvor noch nie einen Wal gesehen hat.

Bis Sonntag wolle er bleiben, am Montag müsse er wieder arbeiten, sagte er. Besonders beeindrucke ihn, dass der Wal bereits fast aufgegeben schien und nun doch noch ein Rettungsversuch unternommen werde. Er hoffe, dass es dem Team gelinge, das Tier wieder ins offene Meer zu bringen.

Wie schon an den Tagen zuvor verfolgen auch nahe Weitendorf-Hof zahlreiche Menschen das Geschehen hinter den eingerichteten Absperrungen. Von dort aus ist der Wal besser zu sehen als vom Hafen in Kirchdorf.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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