Politik

Trump kündigt Delegation für neue Iran-Gespräche in Islamabad an

Am Mittwoch läuft die Waffenruhe im Iran-Krieg aus. Nun nennt US-Präsident Trump einen neuen Verhandlungstermin - und verknüpft dies mit neuen Drohungen.

19.04.2026, 15:26 Uhr

Kurz vor dem Ende der Feuerpause im Krieg mit dem Iran hat US-Präsident Donald Trump neue Verhandlungen in Aussicht gestellt. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, amerikanische Vertreter würden am Montagabend in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eintreffen. Ob auch eine Delegation aus Teheran anreisen wird, blieb zunächst offen.

Trump erklärte, Washington unterbreite dem Iran ein aus seiner Sicht „sehr faires und vernünftiges“ Angebot und hoffe auf Zustimmung. Zugleich bekräftigte er seine harte Linie: Sollte Teheran den Vorschlag ablehnen, würden die USA iranische Infrastruktur wie Kraftwerke und Brücken ins Visier nehmen. Damit griff er eine bereits früher geäußerte Drohung erneut auf.

Neue Spannungen wegen der Straße von Hormus

Die Lage wird zusätzlich durch die erneute Sperrung der Straße von Hormus verschärft. Iranische Streitkräfte gehen nach Berichten wieder gegen Schiffe vor, die die Meerenge passieren wollen. Teheran begründet dies mit der fortgesetzten US-Blockade iranischer Häfen sowie von Schiffen mit Ziel oder Herkunft Iran. Trump wiederum wirft dem Iran einen klaren Bruch der Waffenruhe-Vereinbarung vor.

Teheran sieht weiter große Hürden

Noch vor Trumps Ankündigung hatte die iranische Führung betont, dass wesentliche Streitfragen ungelöst seien. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf sagte der Nachrichtenagentur Tasnim, zwar habe es Fortschritte gegeben, doch bleibe die Differenz zwischen beiden Seiten erheblich. Einige Punkte seien geklärt, andere weiterhin offen. Von einer endgültigen Einigung sei man noch weit entfernt.

Zugleich unterstrich Ghalibaf in einem im Staatsfernsehen ausgestrahlten Interview, der Iran habe den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus vollständig unter Kontrolle. Kurz zuvor hatte das Militär die erst am Freitag angekündigte Öffnung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Passage wieder zurückgenommen.

Trump gibt sich gelassen

Trump reagierte demonstrativ unbeeindruckt auf den Kurswechsel Teherans. Im Weißen Haus sagte er vor Journalisten, der Iran handle seit Jahren nach demselben Muster und könne die USA damit nicht unter Druck setzen. Zugleich betonte er, die Gespräche liefen weiter und entwickelten sich seiner Einschätzung nach positiv. Damit schlug er deutlich andere Töne an als noch am Sonntag.

Iranische Angriffe auf Schiffe sorgen für Proteste

Nach der erneuten Schließung der Straße von Hormus haben iranische Einheiten laut Berichten Schiffe unter Beschuss genommen, die die Meerenge dennoch durchfahren wollten. Wegen eines mutmaßlichen Angriffs auf zwei unter indischer Flagge fahrende Handelsschiffe bestellte das Außenministerium in Neu-Delhi den iranischen Botschafter ein. Indien habe seine tiefe Besorgnis übermittelt, hieß es offiziell.

Zuvor hatte der Dienst TankerTrackers.com unter Berufung auf maritime Notrufe berichtet, Einheiten der Revolutionsgarden hätten in der Meerenge zwei Schiffe gewaltsam zurückgedrängt. Betroffen gewesen sei auch ein Supertanker mit zwei Millionen Barrel irakischem Rohöl an Bord.

Unsicherheit auf einer Schlüsselroute des Welthandels

Die Wasserstraße blieb nach ihrer überraschenden Freigabe am Freitag nicht einmal 24 Stunden offen. In diesem kurzen Zeitfenster nutzten nur wenige Schiffe die Passage, da die Sicherheitslage als kaum kalkulierbar gilt. Der Verband Deutscher Reeder erklärte, ohne verlässliche Sicherheitsgarantien könne es in dieser zentralen Handelsregion keine dauerhafte Normalisierung des Schiffsverkehrs geben.

Mehrere im Persischen Golf festgesetzte Kreuzfahrtschiffe konnten die Straße von Hormus inzwischen allerdings ohne Passagiere in Richtung Europa verlassen. Dazu zählen „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ von TUI Cruises sowie die „MSC Euribia“ der Schweizer Reederei MSC.

Huthi-Miliz droht mit weiterer Eskalation

Auch die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen verschärfte den Ton. Der ranghohe Huthi-Vertreter Hussein al-Essi stellte neue Angriffe auf Handelsschiffe in Aussicht und brachte zudem eine mögliche Sperrung der Meerenge Bab al-Mandab ins Spiel. Diese Route verbindet den Suezkanal und Europa mit dem Indischen Ozean und Asien.

Islamabad bereitet sich auf mögliche neue Gesprächsrunde vor

Von der pakistanischen Regierung gab es zunächst keine offizielle Bestätigung für neue Verhandlungen in Islamabad. Kurz nach Trumps Erklärung teilte das Außenministerium jedoch mit, Außenminister Ishaq Dar habe in einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araghtschi betont, ein fortlaufender Dialog sei entscheidend, um die Spannungen rasch abzubauen und Frieden sowie Stabilität in der Region zu fördern.

In Islamabad laufen nach Angaben aus dem Umfeld der Gespräche bereits seit Tagen Vorbereitungen auf eine neue Runde. Die verschärften Sicherheitsmaßnahmen sind deutlich sichtbar: Die sogenannte Rote Zone mit Botschaften und Regierungsgebäuden, in der schon die erste Verhandlungsrunde stattfand, wurde erneut abgesperrt. Eine erste Gesprächsrunde war eine Woche zuvor ohne greifbares Ergebnis beendet worden.

Am 28. Februar hatten die USA und Israel den Krieg gegen den Iran begonnen. Teheran reagierte mit Raketenangriffen auf Ziele in Israel und in der Golfregion. Die vereinbarte Waffenruhe hält bislang. Seit Freitag gilt zudem im Libanon eine Feuerpause zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz, die am kommenden Wochenende endet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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