Der SC Freiburg hat nach dem Einzug ins Halbfinale der Europa League auch in der Bundesliga ein wichtiges Zeichen gesetzt. Die Breisgauer bezwangen den 1. FC Heidenheim mit 2:1 (1:0) und festigten damit ihre Hoffnungen auf einen internationalen Startplatz. Für das Schlusslicht aus Heidenheim wird die Lage im Tabellenkeller dagegen immer bedrohlicher.
Vor heimischem Publikum hatte Freiburg die Partie über weite Strecken im Griff. Matchwinner war Maximilian Eggestein, der in der 83. Minute den entscheidenden Treffer erzielte und sein Team auf Rang sieben brachte. Zuvor hatte Johan Manzambi den SC in der 24. Minute in Führung geschossen. Für Heidenheim gelang dem eingewechselten Budu Siwsiwadse in der 59. Minute der zwischenzeitliche Ausgleich.
Für den FCH wird die Situation im Abstiegskampf immer prekärer. Bei noch vier ausstehenden Spielen beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz bereits sieben Punkte, auch weil direkte Konkurrenten wie Wolfsburg und St. Pauli zuletzt Zähler holten.
Große Enttäuschung bei Heidenheim
Heidenheims Trainer Frank Schmidt zeigte sich nach der Partie ernüchtert. Angesichts des deutlichen Rückstands wolle man sich mit Rechenspielen nicht beschäftigen. Auch Niklas Dorsch sprach von einer "sehr bitteren" Niederlage und betonte, wie schwer dieses Ergebnis im Kampf um den Klassenerhalt wiege.
Auf Freiburger Seite überwog dagegen die Erleichterung. Torschütze Eggestein räumte ein, dass die Mannschaft die Belastung der vergangenen Tage gespürt habe. Umso größer sei die Freude über den Heimsieg.
Freiburg beginnt engagiert
SC-Trainer Julian Schuster hatte vor der Begegnung gefordert, den jüngsten Europapokal-Erfolg abzuhaken und in der Liga erneut eine starke Leistung zu zeigen. Seine im Vergleich zum internationalen Auftritt auf fünf Positionen veränderte Mannschaft setzte das zunächst gut um und kam früh zu Möglichkeiten.
Heidenheim versuchte es diesmal mit einem spielerischeren Ansatz als noch beim jüngsten 3:1 gegen Union Berlin. Kurz vor dem Anpfiff musste Schmidt allerdings auf den angeschlagenen Eren Dinkçi verzichten. Der Offensivspieler, von Freiburg ausgeliehen, verpasste damit seinen möglichen 100. Einsatz in der Bundesliga.
In den Tagen zuvor hatte die Krebserkrankung von Dinkçis Freundin für große Anteilnahme gesorgt. Rund um das Spiel in Freiburg wurde deshalb eine Registrierungsaktion der DKMS organisiert. Auch beim kommenden Heimspiel Heidenheims gegen St. Pauli soll eine weitere Möglichkeit zur Registrierung angeboten werden.
Ohne Dinkçi übernahmen vor allem Dorsch und Marvin Pieringer Verantwortung in der Offensive. Dennoch fehlte im Abschluss die letzte Konsequenz. Freiburg ging schließlich etwas glücklich in Führung: Ein Schuss von Manzambi wurde von Patrick Mainka unhaltbar abgefälscht. Später rettete bei einem Distanzschuss von Vincenzo Grifo sogar die Latte, wobei auch hier ein Heidenheimer noch entscheidend am Ball war.
Heidenheim kommt zurück – Freiburg schlägt spät zu
Nach der Pause trat Heidenheim deutlich mutiger auf. Vor allem der eingewechselte Siwsiwadse brachte neuen Schwung. Kurz nach Wiederbeginn scheiterte er noch, wenig später machte er es besser und zirkelte den Ball sehenswert zum Ausgleich ins Netz.
In dieser Phase hatte der FCH mehr vom Spiel, während Schuster an der Seitenlinie vergeblich versuchte, seine Mannschaft wieder zu beleben. Erst mit personellen Wechseln bekam Freiburg mehr Zugriff zurück.
In der Schlussphase erhöhten die Gastgeber noch einmal den Druck – mit Erfolg: Eggestein traf kurz vor Schluss zum 2:1 und bescherte Freiburg drei enorm wichtige Punkte im Rennen um Europa. Heidenheim dagegen taumelt dem Abstieg weiter entgegen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion