Sebastian Hoeneß hat in diesen Tagen einen deutlichen Eindruck davon bekommen, was auf ihn und den VfB Stuttgart zukommt. Mit Blick auf die Halbfinaleinzüge von Bayern München in der Champions League und des SC Freiburg in der Europa League sprach der VfB-Trainer zwar von einem guten Signal für den deutschen Fußball. Gleichzeitig ist ihm aber bewusst, dass seine Mannschaft nun auf zwei Gegner trifft, die derzeit vor Selbstvertrauen strotzen.
In der Bundesliga wartet am Sonntag in München ein besonders harter Brocken. Für Hoeneß ist klar, dass die Bayern im Oberhaus noch immer eine Sonderstellung einnehmen. Nur wenige Tage später geht es für die Stuttgarter im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Freiburg weiter. Damit stehen dem VfB zwei äußerst anspruchsvolle Aufgaben bevor.
Mehrere Möglichkeiten als Ersatz für Undav
Hoeneß zeigte sich neugierig, mit welcher Aufstellung Bayern nach dem internationalen Topspiel auftreten wird. Entscheidend sei das für den VfB-Ansatz aber nur bedingt, denn selbst bei personellen Wechseln verfüge München über außergewöhnlich viel Qualität. Das habe auch der jüngste 5:0-Erfolg bei St. Pauli gezeigt, als trotz Rotationen ein klarer Sieg heraussprang.
Während die Bayern nach dem Duell mit Real Madrid bereits den nächsten Titel ins Visier nehmen, kämpft Stuttgart in der Liga um wichtige Punkte im Rennen um die Champions-League-Plätze.
Dabei muss Hoeneß in München ohne Deniz Undav auskommen. Der Angreifer fehlt wegen einer Gelbsperre, nachdem er beim 4:0 gegen den Hamburger SV seine fünfte Verwarnung gesehen hatte. Wer ihn ersetzt, wollte der Trainer nicht offenlegen. Mit einem Lächeln machte Hoeneß deutlich, dass er sich diesbezüglich nicht in die Karten schauen lassen will. Als Optionen für die Offensive gelten unter anderem Bilal El Khannouss, Nikolas Nartey und Tiago Tomás.
Schlechte Erinnerungen an das Hinspiel
Die Reise nach München ist für den VfB auch wegen der jüngsten Erfahrungen unerquicklich. Die ohnehin schwache Bilanz gegen den Rekordmeister wurde in dieser Saison durch zwei Niederlagen weiter belastet: ein 1:2 im Supercup und ein deutliches 0:5 im Liga-Hinspiel. Nach Einschätzung von Hoeneß war die Begegnung damals zunächst noch offen, ehe Einwechslungen das Spiel klar zugunsten der Bayern kippen ließen.
Vor allem Harry Kane machte den Unterschied. Der Engländer kam im Dezember nach rund einer Stunde ins Spiel und traf gleich dreimal. Insgesamt steht der Stürmer inzwischen bei 50 Pflichtspieltoren in dieser Saison. Hoeneß lobte die Münchner für ihre starke Spielweise und stellte auch Trainer Vincent Kompany ein sehr gutes Zeugnis aus.
Thema Undav und Nagelsmann für Hoeneß abgehakt
Auch zur Diskussion um Deniz Undav und Bundestrainer Julian Nagelsmann bezog Hoeneß Stellung, ohne sich ausführlich dazu zu äußern. Grundsätzlich könne es immer vorkommen, dass ein Trainer sich bei einem Spieler entschuldige, sagte der VfB-Coach. Das sei nichts Außergewöhnliches.
Die Debatte um Undavs Stellung in der Nationalmannschaft hatte in den vergangenen Wochen für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Nagelsmann hatte zuletzt erklärt, sich nach seiner öffentlichen Kritik am Stuttgarter Angreifer im Anschluss an das Länderspiel gegen Ghana Ende März bei diesem entschuldigt zu haben.
Für Hoeneß ist das Thema jedoch kein Schwerpunkt mehr. Sein Blick richtet sich auf das Sportliche. Und dort stehen für Stuttgart nun gleich zwei große Hürden an: erst Bayern in der Bundesliga, dann Freiburg im Pokal.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion