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Vergiftete Hipp-Babykost: Fahndung in drei Ländern

In Österreich, Tschechien und der Slowakei ist der Babykosthersteller Hipp möglicherweise Opfer eines Erpressers. Deutschland ist derzeit nicht betroffen, doch auch hierzulande wird ermittelt.

19.04.2026, 13:17 Uhr

Die Polizei in Österreich, Tschechien und der Slowakei sucht nach einem mutmaßlichen Täter, der Gläschen mit Hipp-Babynahrung manipuliert haben soll. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord ist Deutschland von den betroffenen Produkten nicht betroffen. Dennoch ermittelt auch die Kriminalpolizei in Ingolstadt.

Suche nach weiterem belastetem Glas

Besonders intensiv fahndet die österreichische Polizei nach einem zweiten Glas der Sorte „Karotten mit Kartoffeln“ (190 Gramm), das mit Rattengift versetzt worden sein soll. Ein erstes verdächtiges Glas war bereits am Samstag im Burgenland südöstlich von Wien entdeckt worden. Zwischenzeitlich sprach die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) von einem möglichen Erpressungsfall, entfernte diesen Hinweis später jedoch wieder aus ihrer Mitteilung. Die Polizei in Ingolstadt bestätigte eine Erpressung bislang nicht.

Warnung an Eltern kleiner Kinder

Die österreichischen Behörden fordern Eltern auf, ihre Vorräte zu kontrollieren. Manipulierte Gläser sollen sich daran erkennen lassen, dass der Deckel beschädigt ist und beim Öffnen das übliche Plopp-Geräusch fehlt. Außerdem befinde sich auf der Unterseite der betroffenen Gläser ein weißer Aufkleber mit rotem Ring.

Hipp spricht von krimineller Manipulation von außen

Nach Angaben von Hipp sind Produkte und Lieferwege in Deutschland sowie in anderen europäischen Ländern, die nicht Teil der aktuellen Untersuchungen sind, nicht betroffen. Unternehmenssprecher Clemens Preysing erklärte zudem, dass neben Österreich auch in Tschechien und der Slowakei manipulierte Gläser mit Rattengift entdeckt worden seien.

In beiden Ländern hätten Handelspartner vorsorglich sämtliche Hipp-Gläschen aus dem Verkauf genommen. Das Unternehmen betonte, es handle sich um einen äußeren kriminellen Eingriff. Ein Zusammenhang mit Herstellung oder Produktqualität bestehe nicht.

Ermittlungen werden von Ingolstadt aus koordiniert

Nach Informationen der bayerischen Polizei wird in Österreich in zwei Bundesländern gesucht: im Burgenland und in Oberösterreich. Die Kripo Ingolstadt koordiniert die Ermittlungen und steht nach Behördenangaben in engem Austausch mit dem Unternehmen. Weitere Details nannten die Ermittler mit Verweis auf die laufenden Untersuchungen nicht.

Behörden halten sich mit Einzelheiten zurück

Auch die österreichische Polizei gibt nur wenige Informationen preis. Polizeisprecher Helmut Marban sagte, entscheidend sei vor allem, das zweite Glas aufzuspüren und aus dem Verkehr zu ziehen. Vieles deute darauf hin, dass es sich möglicherweise nur um dieses eine weitere Glas handle, ganz ausschließen lasse sich zusätzliche Manipulation aber nicht.

Hinweise auf die manipulierten Produkte kamen laut Marban aus Deutschland. In Tschechien hat die Staatsanwaltschaft in Brünn Ermittlungen aufgenommen. Dort wird die Gefahrenlage derzeit allerdings als eher gering eingeschätzt.

Verdächtiges Glas von Kunde abgegeben

Hipp hatte am späten Freitag in Österreich alle Produkte aus Spar-Supermärkten zurückrufen lassen und davor gewarnt, dass der Verzehr eines manipulierten Glases lebensgefährlich sein könne. Am Nachmittag brachte dann ein Kunde ein verdächtiges, noch ungeöffnetes Glas zu den Behörden. Es war in Schützen am Gebirge im Bezirk Eisenstadt-Umgebung gefunden worden. Eine Untersuchung bestätigte den Verdacht: Das Glas enthielt Rattengift.

Mögliche gesundheitliche Folgen

Die Ages weist darauf hin, dass Wirkstoffe in Rattengift die Blutgerinnung beeinträchtigen können. Mögliche Anzeichen sind unter anderem Zahnfleisch- oder Nasenbluten, blaue Flecken sowie Blut im Stuhl. Eltern, die solche Symptome bei Kindern bemerken, nachdem diese Hipp-Babynahrung gegessen haben, sollten umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Unternehmen mit langer Geschichte

Die Ursprünge von Hipp reichen mehr als 120 Jahre zurück und liegen in Pfaffenhofen. Heute hat die Hipp Holding AG ihren Sitz im schweizerischen Sachseln im Kanton Obwalden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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