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Sprit sparen: Tanken muss nicht erst kurz vor Mittag sein

Der Preisverlauf beim Sprit hat sich grundlegend verändert. Wer sparen will, tankt vormittags. Bis zum letzten Moment zu warten lohnt aber kaum. Der Spritpreis stagniert.

21.04.2026, 10:45 Uhr

Seit der neuen Vorgabe, nach der Tankstellen ihre Preise nur noch um 12.00 Uhr anheben dürfen, hat sich der beste Zeitpunkt zum Tanken verschoben: Am günstigsten ist Kraftstoff nicht mehr am Abend, sondern vor allem am späten Vormittag.

Nach einer Auswertung des ADAC kosten Super E10 und Diesel kurz vor dem Preissprung zur Mittagszeit im Schnitt rund 2,7 Cent pro Liter weniger als im bundesweiten Tagesmittel. Direkt nach der Anhebung liegen die Preise dagegen deutlich darüber: bei E10 um 6,5 Cent, bei Diesel um 7,7 Cent.

Wer werktags nicht kurz vor Mittag tanken kann, muss aber keinen allzu großen Nachteil befürchten. Auch am Morgen ist Kraftstoff oft günstiger als im Tagesdurchschnitt.

Bereits gegen 8.30 Uhr, wenn viele Menschen auf dem Weg zur Arbeit sind, liegen die Preise spürbar niedriger. Bei E10 beträgt der Abstand zum Tagesmittel 1,7 Cent pro Liter, bei Diesel 1,4 Cent. Selbst im Vergleich zum absolut günstigsten Zeitpunkt macht das bei einer kompletten Tankfüllung weniger als einen Euro aus.

Nach dem Preissprung um 12 Uhr fallen die Kraftstoffpreise laut ADAC wieder relativ schnell. Um 14.00 Uhr liegen sie nur noch 3,8 Cent bei E10 beziehungsweise 4,3 Cent bei Diesel über dem Tagesdurchschnitt. Gegen 18.15 Uhr bewegen sich beide Sorten bereits wieder leicht unter dem Durchschnittswert.

Nachtruhe lässt den Durchschnittspreis leicht steigen

In der Nacht tut sich nur wenig. Zwar zeigen die Durchschnittspreise um 22.00 Uhr und 23.00 Uhr leichte Anstiege, doch nach ADAC-Angaben steckt dahinter keine unerlaubte Preiserhöhung. Der Grund sei vielmehr, dass günstige Tankstellen nachts schließen und dadurch nicht mehr in den Durchschnitt einfließen.

Ab etwa 5.00 Uhr morgens beginnen die Preise dann wieder zu sinken, bis sie kurz vor 12.00 Uhr ihren tiefsten Stand des Tages erreichen.

Der ADAC bewertet die 12-Uhr-Regel nach den bisherigen Erfahrungen kritisch. Nach Einschätzung des Verkehrsclubs hat sie das Tanken insgesamt eher verteuert. Seit dem Start der Regelung am 1. April liege das Preisniveau gemessen an Ölpreis und Dollarkurs höher als zuvor.

Aus Sicht des ADAC kalkulieren die Mineralölkonzerne bei der einmaligen Preiserhöhung zur Mittagszeit einen hohen Risikoaufschlag ein, der im weiteren Tagesverlauf nur langsam zurückgehe. Außerdem seien die Zeitfenster, in denen Kraftstoff unter dem Tagesdurchschnitt zu haben sei, kürzer geworden. Im früheren System hätten Autofahrer demnach mehr Möglichkeiten gehabt, günstig zu tanken. Vor genau diesem Effekt hatte der ADAC bereits vor Einführung der Regel gewarnt.

Preise stagnieren

Beim Blick auf die aktuelle Entwicklung zeigt sich insgesamt nur wenig Bewegung. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt vom Montag kostete ein Liter E10 2,061 Euro und damit 0,2 Cent mehr als am Sonntag. Diesel lag bei 2,147 Euro pro Liter und war damit 0,5 Cent günstiger als am Vortag.

Seit den Höchstständen rund um Ostern sind die Preise zwar deutlich gesunken, besonders bei Diesel. Zuletzt hat sich dieser Rückgang jedoch spürbar abgeschwächt.

Rund um den Mittagssprung am Dienstag zeigte sich zumindest ein leichter Rückgang: E10 war vor und nach der Preiserhöhung minimal günstiger als zur gleichen Zeit am Vortag, Diesel sogar um mehr als 1 Cent.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Änderungsverlauf
  • Die aktuelle Entwicklung am Dienstag wurde ergänzt: Rund um den Mittagssprung lagen die Preise leicht unter dem Vortagsniveau, bei Diesel sogar um mehr als 1 Cent.
  • Der Abschnitt zum nächtlichen Preisverlauf wurde präzisiert: Leichte Anstiege am späten Abend entstehen laut ADAC vor allem, weil günstige Tankstellen nachts schließen.
  • Die Marktlage wurde bestätigt und knapp eingeordnet: Nach dem deutlichen Rückgang seit Ostern stagnieren die Spritpreise inzwischen weitgehend.
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