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Rattengift in Hipp-Babykost entdeckt: Polizei warnt in Österreich vor Erpressungsfall

Lebensgefahr durch manipulierte Babynahrung? Hipp ruft in Österreich Gläschen zurück. Was Eltern wissen müssen und was Deutschland damit zu tun hat.

18.04.2026, 22:54 Uhr

In Österreich ist ein Glas Babynahrung des Herstellers Hipp gefunden worden, das mit Rattengift belastet war. Nach Angaben der Polizei im Burgenland brachte ein Kunde das Produkt zu den Behörden. Verzehrt wurde der Inhalt demnach nicht.

Die Polizei sprach am späten Samstagabend eine dringende Warnung an die Bevölkerung aus. Verdächtige Gläschen sollten keinesfalls geöffnet, sondern umgehend der Polizei übergeben werden. Laut der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) steht der Fall im Zusammenhang mit einem Erpressungsversuch gegen Hipp.

Hipp hatte bereits am Freitagabend seine Produkte in den österreichischen Spar-Märkten zurückgerufen. Ein Sprecher des Unternehmens sprach von einem kriminellen Eingriff von außen. Das Familienunternehmen warnte, dass der Verzehr eines manipulierten Gläschens lebensgefährlich sein könne. Hipp wurde vor mehr als 120 Jahren im bayerischen Pfaffenhofen gegründet; der Sitz der Hipp Holding AG befindet sich heute im schweizerischen Sachseln im Kanton Obwalden.

Hinweis kam aus Deutschland

Wie die Polizei mitteilte, kam der entscheidende Hinweis aus Deutschland. Möglicherweise manipulierte Gläser könnten in Eisenstadt, der Hauptstadt des Burgenlands südöstlich von Wien, in Umlauf geraten sein. Die österreichischen Behörden verwiesen dabei auf laufende Ermittlungen in Deutschland.

Am Nachmittag wurde das Gift schließlich in einem Hipp-Glas der Sorte „Karotten mit Kartoffeln“ (190 Gramm) nachgewiesen. Entdeckt wurde das Produkt in Schützen am Gebirge im Bezirk Eisenstadt-Umgebung.

Nach Polizeiangaben lassen sich verdächtige Gläser an einem weißen Aufkleber mit rotem Kreis auf der Unterseite erkennen. Ebenfalls auffällig seien beschädigte oder bereits geöffnete Deckel.

Gesundheitsgefahr für Kinder

Die AGES wies darauf hin, dass Wirkstoffe in Rattengift die Blutgerinnung beeinträchtigen können. Mögliche Anzeichen seien unter anderem:

  • Zahnfleischbluten
  • Nasenbluten
  • blaue Flecken
  • Blut im Stuhl

Eltern, die solche Symptome bei Kindern bemerken, nachdem diese Hipp-Babynahrung gegessen haben, sollten sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Unklare Lage in weiteren Ländern

Zwischenzeitlich war unklar, ob auch Produkte außerhalb Österreichs betroffen sind. Die AGES hatte zunächst von zwei betroffenen Supermärkten in Tschechien gesprochen, diese Information später jedoch wieder von ihrer Website entfernt. Danach war nur noch von einer betroffenen Spar-Filiale in Eisenstadt die Rede.

Die Polizei im Burgenland erklärte später wiederum, dass auch in Tschechien und der Slowakei verdächtige Gläser sichergestellt worden seien. Erste Laboruntersuchungen hätten bei diesen Produkten ebenfalls einen giftigen Zusatzstoff ergeben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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