Politik

Papst Leo XIV. sucht im Streit mit Trump nach Deeskalation

Der US-Präsident und der Papst liefern sich ein heftiges Wortgefecht, was weltweit Schlagzeilen macht. Nun zeigt sich Leo konziliant. Und Trump?

18.04.2026, 17:44 Uhr

Papst Leo XIV. hat im Konflikt mit US-Präsident Donald Trump um Mäßigung geworben. Während seines Flugs nach Angola sagte er, einige seiner Aussagen seien "nicht in jeder Hinsicht richtig" verstanden worden. Es habe den Eindruck gegeben, er wolle dem Präsidenten offen widersprechen. Das sei jedoch "überhaupt nicht" seine Absicht gewesen.

Zuvor hatten sich Trump und Leo aus der Ferne einen scharfen Schlagabtausch geliefert, der international große Beachtung fand. Trump bezeichnete die Außenpolitik des Papstes nach mehreren Friedensaufrufen aus dem Vatikan als "schrecklich". Wenig später veröffentlichte er zudem ein KI-generiertes Bild, das ihn als Heilsfigur zeigte.

Leo hatte daraufhin erklärt: "Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung." Später sprach er, ohne Namen zu nennen, von einer "Handvoll Tyrannen, die die Welt zerstören". Viele Beobachter stellten einen Zusammenhang zwischen beiden Aussagen her.

Papst betont Friedensauftrag

Vor Journalisten an Bord des Flugzeugs erklärte Leo nun, die Rede mit dieser Formulierung sei bereits zwei Wochen zuvor vorbereitet worden – also noch bevor Trump sich über ihn und seine Friedensbotschaft geäußert habe.

Er sagte weiter, vieles von dem, was danach veröffentlicht worden sei, habe vor allem aus Deutungen und weiteren Deutungen bestanden. Dadurch sei der Eindruck entstanden, er wolle dem US-Präsidenten entgegentreten. Sein eigentliches Anliegen bleibe jedoch unverändert: eine Botschaft von Frieden und Gerechtigkeit in die Welt zu tragen. Aus dem Weißen Haus gab es zunächst keine Reaktion auf die neuen Äußerungen.

Nach seiner Ankunft in Luanda verurteilte der Papst die fortdauernde Ausbeutung Afrikas durch fremde Staaten und internationale Unternehmen. Er wandte sich gegen ein angeblich alternativloses "Entwicklungsmodell", das Menschen benachteilige und ausschließe. Diese Logik der Ausbeutung verursache Leid, Todesopfer sowie soziale und ökologische Katastrophen.

Kritik an Ausbeutung und Appell an Afrika selbst

Leo äußerte sich bei einem Treffen mit Angolas Präsident João Lourenço. Das Land, einst portugiesische Kolonie, verfügt über große Rohstoffvorkommen und ist auch für Deutschland ein bedeutender Handelspartner, insbesondere bei Öl und Gas. Dennoch lebt ein großer Teil der rund 37 Millionen Einwohner in Armut.

Zugleich leidet Angola bis heute unter den Folgen des fast drei Jahrzehnte dauernden Bürgerkriegs nach der Unabhängigkeit 1975. Der Konflikt forderte Hunderttausende Menschenleben und hinterließ schwere Schäden an der Infrastruktur. Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung sind Christen, etwa die Hälfte davon katholisch. Der Besuch des Papstes wird daher als nationales Großereignis wahrgenommen.

Der erste Papst aus den USA kritisierte zudem, Afrika werde noch immer mit dem Blick betrachtet, dort etwas holen zu wollen. Diese Kette von Interessen, die menschliches Leben zur Ware mache, müsse enden. Gleichzeitig nahm er auch die afrikanischen Staaten in die Pflicht: Der Kontinent müsse Konflikte und Feindseligkeiten überwinden, die in vielen Ländern das gesellschaftliche und politische Gefüge zerstörten und Armut sowie Ausgrenzung verstärkten.

Weitere Station: Äquatorialguinea

Vor Angola hatte Leo XIV. bereits Algerien und Kamerun besucht. Nach dem dreitägigen Aufenthalt in Angola reist er weiter nach Äquatorialguinea. Afrika zählt zu den Regionen, in denen die katholische Kirche besonders stark wächst. Derzeit leben dort rund 290 Millionen Katholiken – inzwischen mehr als in Europa, viele von ihnen sind jung.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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