Berlin

Nach Magdeburgs Ausrutscher: Füchse Berlin sichern sich den Pokalsieg

Der so gut wie entthronte deutsche Handball-Meister Füchse Berlin entschädigt sich mit dem zweiten Pokal-Triumph der Vereinsgeschichte. Mitfavorit Magdeburg erlebt ein Alptraum-Wochenende.

19.04.2026, 17:55 Uhr

Die Handballer der Füchse Berlin haben zum zweiten Mal nach 2014 den DHB-Pokal gewonnen. Nach dem Erfolg feierte das Team um die dänischen Stars Mathias Gidsel und Lasse Andersson ausgelassen auf dem Parkett. Im Finale des Final4-Turniers in Köln setzte sich der Hauptstadt-Club klar mit 42:33 (22:17) gegen den Bergischen HC durch.

Der BHC war als Überraschungsteam ins Endspiel eingezogen, nachdem er im Halbfinale den Favoriten SC Magdeburg sensationell ausgeschaltet hatte. Im Finale reichte es gegen die spielstarken Berliner jedoch nicht.

"In Deutschland einen Titel zu gewinnen, ist immer extrem schwierig. Dass wir das geschafft haben, ist unglaublich. Ich bin sehr stolz", sagte Welthandballer Mathias Gidsel nach dem Triumph. "Es war ein tolles Wochenende. Jetzt wollen wir es einfach genießen."

Vor 19.750 Zuschauern in der ausverkauften Kölner Lanxess Arena ragten bei Berlin vor allem Lasse Andersson mit zehn Treffern und Mathias Gidsel mit neun Toren heraus. Auch Torhüter Dejan Milosavljev überzeugte mit 13 Paraden, ehe er in der zweiten Halbzeit verletzt ausschied.

Mit dem Pokalsieg krönen die Füchse eine schwierige Saison doch noch mit einem Titel. Nach den Turbulenzen um die Trennung von Sportvorstand Stefan Kretzschmar und Meistertrainer Jaron Siewert im vergangenen September ist der Erfolg ein wichtiger sportlicher Höhepunkt. Trainer Nicolej Krickau lobte sein Team: "Das war überragend. Wir hatten viele starke Einzelaktionen, und genau die braucht man in so einem Wettbewerb." Für den Abend kündigte er eine ausgiebige Feier an.

Magdeburg erlebt enttäuschendes Pokalwochenende

Während Berlin jubelte, musste der SC Magdeburg ein bitteres Final4 hinnehmen. Der Traum vom Double war bereits im Halbfinale geplatzt, als der Bundesliga-Spitzenreiter völlig überraschend im Siebenmeterwerfen gegen den BHC verlor.

Auch im Spiel um Platz drei blieb Magdeburg ohne Erfolg und unterlag dem TBV Lemgo Lippe mit 31:35. Damit blieb für das Team von Trainer Bennet Wiegert nur Rang vier.

"Die Enttäuschung ist riesig, das tut sehr weh", sagte Wiegert. "Ich hätte mir an beiden Tagen einen besseren Auftritt gewünscht. Jetzt müssen wir schnell wieder zu unserem Spiel finden." Besonders die Reaktion der Anhänger ging ihm nahe: "Die enttäuschten Gesichter der Fans zu sehen, bricht mir das Herz."

Berlins Qualität entscheidet das Finale

Die Füchse gingen nach ihrem hart erkämpften 39:36 im Halbfinale gegen Lemgo mit viel Selbstvertrauen in das Endspiel und wurden ihrer Favoritenrolle gerecht. Zwar hielt der BHC anfangs ordentlich dagegen, doch Mitte der ersten Hälfte setzte sich Berlin erstmals deutlicher ab.

Beim 13:10 in der 18. Minute lagen die Füchse erstmals mit drei Toren vorne. Bis zur Pause wuchs der Vorsprung auf fünf Treffer an. Ausschlaggebend waren erneut ein starker Milosavljev im Tor sowie die Durchschlagskraft von Andersson, Gidsel und Rechtsaußen Hakun West av Teigum, der sechs Tore beisteuerte.

Nach dem Seitenwechsel kontrollierte Berlin die Partie souverän und ließ den Gegner nicht mehr herankommen. Stattdessen baute der Hauptstadt-Club seinen Vorsprung weiter aus und sorgte früh für klare Verhältnisse.

Für den Bergischen HC bleibt trotz der Finalniederlage ein bemerkenswertes Turnier. Sollte sich Berlin für die Champions League qualifizieren, würde der BHC in die European League nachrücken. Kreisläufer Aron Seesing zog daher trotz der Niederlage ein positives Fazit: "Was wir hier als Mannschaft gezeigt haben, war einfach unglaublich."

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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